Hochwasser: Wie man sich schützen kann

Die „klassischen“ Hochwasser-Gebiete sind längst nicht mehr alleine betroffen. Überschwemmungen können jeden Hausbesitzer ereilen. Doch es gibt einige Hilfsmaßnahmen.

Ein plötzliches starkes Unwetter kann auch in Gegenden, die nicht von üblichen Hochwassern betroffen sind, schnell in die finanzielle Katastrophe führen. Vorsorge ist sinnvoll. Foto: Pixabay

Das alljährliche Rheinhochwasser, Sturmflut an der Elbmündung oder Landunter in der Dreiflüssestadt Passau: All dies sind Naturphänomene, mit denen sich die Bewohner der betroffenen Gebiete längst arrangiert haben und entsprechende technische Vorsorge treffen.

In den vergangenen Jahren häufen sich jedoch Wetterphänomene, die auch in solchen Gebieten für Überschwemmungen sorgen, die früher nie von derartigen Problemen heimgesucht worden. Entsprechend groß sind die Folgeschäden bei Hochwasser und Überschwemmung für unvorbereitete Haus- und Grundbesitzer. Plötzlicher Starkregen oder Hagelschauer können in Verbindung mit einer überforderten Kanalisation in Minutenschnelle zur Katastrophe führen, überschwemmte Keller, Schlammlawinen im Wohnzimmer, weggespülte Gärten. Selbst harmlose Dorfbächlein können sich, wie beim letztjährigen Hochwasser in Niederbayern geschehen, zu reißenden Strömen entwickeln, die ganze Straßenzüge dem Erdboden gleich machen.

Bauliche und finanzielle Absicherung

Zunächst gilt es, sich finanziell für den Schadensfall abzusichern. Eine Elementarschadenversicherung, die auch bei Überschwemmungsfällen eintritt, ist hierbei die richtige Wahl. Denn entgegen der landläufigen Meinung deckt eine Hausratversicherung solche Schäden nicht ab. Die zweite Maßnahme betrifft den baulichen Schutz von Gebäuden. Mit entsprechenden Umbauten wie dem wasserdichten Abschluss von Lichtschächten oder Absicherung von Haustüren mit Überschwemmungssperren sollte auch ein weiterer Aspekt berücksichtigt werden: die Vorsorge für den Fall der Fälle.

Denn selbst wenn bestimmte Schutzvorrichtigungen vorhanden sind, kann es bei sehr kurzfristig auftretenden Unwettern oder persönlicher Abwesenheit dazu kommen, dass diese nicht rechtzeitig eingesetzt werden können. Deshalb sollten neben der Wohnsituation, beispielsweise mit einem aufgeräumten Keller, der frei von überflüssigem Unrat gehalten wird, auch spezifische Maßnahmen an der Hausinstallation erfolgen. Hiervon sind ganz besonders Öltanks betroffen, die beim Auslaufen in Folge einer Überschwemmung schwere Umweltschäden bis hin zum Totalschaden an der Bausubstanz verursachen können. Hierbei gilt es auch zu beachten, dass es bei einer extremen und andauernden Hochwasserlage mit hohem Grundwasserpegel sogar geboten sein kann, eine sogenannte Notfall-Flutung des Kellers vorzunehmen. Denn ansonsten kann das Gebäude im Extremfall „aufschwimmen“ und irreparabel beschädigt werden.

Via momentum-magazin

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