„Sicherheit ist kein Selbstzweck“: Festakt zu 90 Jahren DEKRA

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat zum 90-jährigen Bestehen der Sachverständigenorganisation DEKRA die Bedeutung von Sicherheit als universeller Wert unterstrichen.

„Ab dem Zeitpunkt unserer Geburt wollen wir uns sicher fühlen. Deshalb ist Sicherheit zu gewährleisten kein Selbstzweck, sondern eine Pflicht“, sagte Kretschmann. Zugleich betonte er den Stellenwert unabhängiger Prüfung: „Normen und Regeln sind keine bürokratische Bevormundung und Belästigung. Sie sind das Geschäftsmodell einer High-Tech-Region wie Baden-Württemberg. Ich bin sehr froh, dass wir mit DEKRA einen Partner haben, der unabhängig und zuverlässig die Einhaltung solcher Standards überprüft“, so Kretschmann gestern Abend beim Festakt in der DEKRA Zentrale. Am 30. Juni 1925 wurde der Deutsche Kraftfahrzeug-Überwachungsverein e.V. beim Amtsgericht Berlin-Mitte ins Vereinsregister eingetragen. Heute ist daraus eine der international führenden Expertenorganisationen geworden, mit 35.000 Mitarbeitern in 50 Ländern auf allen fünf Kontinenten.

Einer der wichtigsten Faktoren für ein langes Unternehmensleben ist, sich seine Daseinsberechtigung immer wieder aufs Neue zu verdienen“, so Thomas Pleines, Präsident des Präsidialrats DEKRA e.V. und Vorsitzender des Aufsichtsrats DEKRA SE. „Das sind neue Produkte, innovative Dienstleistungen und überregionale Präsenz. So ist DEKRA groß geworden. Und wir haben noch viel vor. Die Zukunft von DEKRA hat gerade erst begonnen.“

Unabhängigkeit ist der Schlüssel zum Erfolg

Stefan Kölbl, Vorsitzender des Vorstands DEKRA e.V. und DEKRA SE, verriet den Gästen zur Feier des Tages die Erfolgsformel des Unternehmens: „Nur eine unabhängige Instanz kann gesetzliche Normen, Richtlinien und Standards neutral zur Umsetzung bringen“, so Kölbl. „Nur wenn zwei Dinge zusammenkommen, unabhängige Prüfung und hohe Standards, ist ein Maximum an Sicherheit möglich.“ Ebenso entscheidend sind aus seiner Sicht die Beschäftigten: „Unsere Mitarbeiter haben eine wichtige Aufgabe und große Verantwortung für die Sicherheit. Die Kolleginnen und Kollegen beweisen täglich hohe Standfestigkeit und Charakter.“ Aufbauend auf diesen Erfolgsfaktoren geht DEKRA die Zukunft an. „Der Geist unserer Gründerväter lebt. Wir sind unserem historischen Auftrag mehr denn je verpflichtet – inzwischen über Europa hinaus. Zum 100-jährigen Bestehen in zehn Jahren wollen wir der globale Partner für eine sichere Welt sein.“

Der Dank von Thomas Pleines galt neben den DEKRA Mitarbeitern auch den rund 23.000 Mitgliedern des DEKRA e.V. „Die DEKRA Mitglieder repräsentieren knapp die Hälfte des deutschen Transport- und Logistikmarktes und sind damit eine prägende Kraft der Branche.“

EU-Kommissar Günther H. Oettinger würdigte den Erfolg von DEKRA: „Ihre Strategie der Erweiterung in den letzten 20 Jahren ist beeindruckend. Mit großem Respekt sind wir heute Abend hier.“ Mit Blick auf die Herausforderungen der Zukunft betonte er, wie wichtig die Themen Datenschutz und Datensicherheit aus seiner Sicht sind. „Wenn wir von Cyber-Security sprechen, wird deutlich: Vertrauen ist notwendig, wenn man die Cloud nutzen will. Nur wer überzeugt ist, dass seine Daten sicher aufgehoben sind, wird sie der Cloud anvertrauen. Ich bin überzeugt: Ein Zertifikat von DEKRA für eine Prüfung in Sachen Datensicherheit wäre ein begehrtes Markenzeichen für die Zukunft.“

Im Foto: Feierten 90 Jahre DEKRA (v.l.): DEKRA Vorstandschef Stefan Kölbl, Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann, DEKRA Aufsichtsratschef Thomas Pleines und EU-Kommisar Günther H. Oettinger.

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