Warum hat’s geknallt? Auf den Spuren der Unfallursachen

Jens König leitet die Abteilung Unfallanalytik und Unfallforschung bei DEKRA. Die Arbeit des Unfallanalytikers beginnt an der Unfallstelle – im Idealfall, wenn die beteiligten Fahrzeuge noch unverändert stehen.

Er nimmt Spuren auf der Fahrbahn und im Umfeld auf und vermisst die Endstände der Fahrzeuge. Zusätzlich dokumentiert ein Unfallanalytiker Beschädigungen. Wenn sich der Verdacht ergibt, dass technische Mängel eine Rolle gespielt haben könnten, untersucht der Sachverständige die Fahrzeuge daraufhin. Dabei können auch die Untersuchung von Elektronikkomponenten und das Auslesen von Datenspeichern weitere Informationen für die Unfallrekonstruktion liefern. Gerade bei Unfällen mit Nutzfahrzeugen wird oft auch die Sicherung der Ladung untersucht. Sie kann das Unfallgeschehen maßgeblich beeinflussen.

Nun muss der Unfallanalytiker die gesammelten Informationen zusammenführen und daraus den Unfallablauf rekonstruieren. Dabei nutzt er unter anderem DEKRA interne Datenbanken, in denen zum Beispiel ausgewertete Crashversuche für die Sachverständigen aufbereitet sind. Zur Berechnung der Kollisionsgeschwindigkeiten der beteiligten Fahrzeuge greift er auf Computer-Rekonstruktionsprogramme zurück. Nach der Rekonstruktion stellt sich die Frage, wie der Unfall hätte vermieden werden können. Diese und andere Fragen beantwortet der Sachverständige für seine Auftraggeber. Das sind üblicherweise Polizei, Staatsanwaltschaft oder Gerichte. Manchmal fordern auch Versicherungen, Rechtsanwälte oder Privatpersonen die DEKRA Expertise an. Das Gutachten des DEKRA Unfallanalytikers legt so die Grundlage für die juristische Beurteilung eines Unfalls.

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