Dem Schimmel keine Chance

Die Bausachverständigen von DEKRA empfehlen, die Monate vor der Heizperiode zu nutzen, um Schimmelbefall in Wohnräumen zu beseitigen. Mit Überstreichen oder Chemikalien-Einsatz ist es häufig nicht getan.

Die Bausachverständigen von DEKRA empfehlen, die Monate vor der Heizperiode zu nutzen, um Schimmelbefall in Wohnräumen zu beseitigen

Bausachverständigen von DEKRA empfehlen, die Monate vor der Heizperiode zu nutzen, um Schimmelbefall zu beseitigen (Bild: GSW Immobilien/Flickr/CC BY 2.0)

Schimmelpilze sind an gelblichen, schwarzen Flecken und einem modrigen, muffigen Geruch zu erkennen. Selbst wenn nur kleine Stellen befallen sind, ist rasches Handeln angesagt. Unabhängig davon, ob Tapeten, Teppichböden, Holzmöbel, Beton, Kunststoffe oder Leder befallen sind, Schimmelpilze in Wohnräumen gefährden die Gesundheit der Bewohner. Die Sporen können Atemwegsbeschwerden, allergische Reaktionen, Kopfschmerzen, Müdigkeit und vereinzelt auch Infektionen auslösen.

Wie aber wird man den Schimmel wieder los? Das Überstreichen oder eine oberflächliche chemische Behandlung führt meist nicht zum Ziel. Schimmelsporen wachsen nur bei hoher Feuchtigkeit. Deshalb steht die Ursachenforschung an erster Stelle: Zu klären ist, ob bauliche Mängel oder ein falsches Verhalten der Bewohner vorliegt.

Liegt’s am Haus oder am Mieter?

Ist das Dach oder die Dachrinne undicht, ist ein verschlissenes Fallrohr, ein Rohrbruch oder ein Mauerriss für die hohe Feuchtigkeit verantwortlich? Führen bauphysikalisch unzureichend dimensionierte Bauteile zur Kondensation der Luftfeuchtigkeit und somit zum Schimmel? Oder wird die beim Kochen, Duschen, Waschen oder durch ein Aquarium entstehende Feuchtigkeit unzureichend abgeführt, oder vielleicht nicht ausreichend geheizt?

Wer nicht über genügend Sachkenntnis verfügt, sollte sich nicht scheuen, einen Fachmann einzuschalten, der die Ursachen der Schäden klärt. Sonst breiten sich die schädlichen Sporen über kurz oder lang erneut aus. Kleinerem, oberflächlichem Befall kommt der versierte Laie teilweise noch mit 80-prozentigem Ethylalkohol (Vorsicht, Brandgefahr!) oder gängigen Anti-Schimmel-Mitteln bei.

Bei größeren Flächen ist der Fachmann gefragt

Sind Flächen ab einem halben Quadratmeter befallen, ist zunächst eine Ursachenermittlung notwendig und im Anschluss daran, wenn die Gründe für das Auftreten vorliegen, der Fachmann gefragt, der das Problem dauerhaft beseitigt. Er ergreift dabei auch die notwendigen Schutzmaßnahmen (Handschuhe, Atemschutz, Brille), zumal bei der Sanierung die Sporen in gesundheitsgefährdender Konzentration freigesetzt werden können.

So lässt sich Schimmel vermeiden

Wer es so weit gar nicht erst kommen lassen will, muss einige Dinge beachten. DEKRA nennt die wichtigsten Maßnahmen:

  • Mehrmals täglich 5 bis 10 Minuten Stoßlüften bei weit geöffnetem Fenster. Je kälter die Luft draußen ist, desto mehr Feuchtigkeit wird aus dem Raum abgeführt. Vermeiden Sie es, Fensterbänke mit Gegenständen zuzustellen, um ein einfaches, vollständiges Öffnen der Fenster zu ermöglichen.
  • Vermeiden Sie während der Sommermonate in Kellerwohnungen das Lüften, wenn es draußen heiß und schwül ist. Beschränken Sie das Lüften dort auf die kühleren und trockeneren Morgen- und späten Abendstunden.
  • Nach dem Duschen das Bad nicht zur Wohnung hin entlüften, sondern ins Freie. Das Gleiche gilt, wenn beim Kochen viel Wasser verdampft.
  • An relativ kalten Außenwänden keine Bilder aufhängen, mit Möbeln und Vorhängen zehn Zentimeter Abstand halten. Hier kann sich leicht Kondenswasser bilden.
  • Heizen Sie auch wenig genutzte Räume ausreichend.
  • Ein Hygrometer in der Wohnung gibt Sicherheit: Die relative Luftfeuchtigkeit sollte im Raum nicht über 65 Prozent liegen.
  • Erkennbare bauliche Schäden, die zu Wassereintritt führen, möglichst rasch beseitigen.

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