Auf dem richtigen Weg

Neue Wege suchen muss eine europaweit agierende Spedition täglich. Die Alfred Schuon GmbH geht aber auch mit ihren Auszubildenden neue Wege und fördert ihr Potenzial gezielt mithilfe der DEKRA Akademie.

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Die Nachwuchssuche gestaltet sich im Speditionsgewerbe schwierig. (Bild: Schuon)

„Suche Sie oder Ihn, mit Schulabschluss, Führerschein und Spaß am Fahren.“ So sieht Christian Eckels Wunschkandidat für die Ausbildung zum Berufskraftfahrer aus. Acht angehende „BKFler“ betreut der Ausbilder bei der Spedition Schuon aus Haiterbach derzeit, seine Kollegin Judith Singer ist für zehn weitere Auszubildende in Büro, Lager und Werkstatt zuständig. Überall gibt es Nachwuchssorgen, vor allem bei den Fahrern.

Zum mäßigen Image des Berufes kommen der abgelegene Firmenstandort und der europaweite Einsatz, der sich selten mit Vereinsleben oder Wochenendplänen vereinbaren lässt. Und die Konkurrenz schläft nicht. „Manche locken Auszubildende mit teuren Geschenken oder falschen Versprechungen“, erzählt Firmenchef Theo Schuon. Zu solchen Mitteln will er nicht greifen. Er setzt auf das, was das Familienunternehmen vom Ein-Mann-Betrieb zur internationalen Spedition mit 170 Fahrzeugen und 190 Mitarbeitern gemacht hat: offenes Betriebsklima, hochwertige Technik und gute Arbeitsbedingungen.

Welches Potenzial steckt in wem?

„Bei uns muss keiner am Wochenende seinen Lkw schrubben“, sagt Schuon. Das Nachwuchsproblem löst das jedoch noch nicht. Deshalb versucht Schuon, auch schwächeren Kandidaten eine Chance zu geben und sie gezielt zu fördern. Dazu ließ das Unternehmen von der DEKRA Akademie eine Potenzialanalyse machen.

„Jeder Auszubildende bekam 240 Aussagen, zu denen er sich positionieren sollte. Daraus ergeben sich Kompetenzwerte zum Beispiel für Stressbeständigkeit oder Präzision“, erklärt DEKRA Coach Rebecca Schacht. Die Werte vergleicht sie mit dem Berufsprofil, um den Ausbildern konkrete Tipps zur Förderung der Azubis geben zu können. Zudem bespricht sie das persönliche Profil und die Entwicklungspotenziale mit dem Auszubildenden.

Was kompliziert klingt, wirkt in der Praxis. „Wenn einer Erklärungen schwer versteht, skizziere ich eben das Problem“, sagt Eckel. Aha-Erlebnisse hatten auch die  Auszubildenden. Mal wich die Selbsteinschätzung weit vom Messwert ab, mal attestierte das Ergebnis ein Potenzial, von dem der Kandidat nichts wusste. „Die Auszubildenden fühlten sich wertgeschätzt und die Ausbilder bekamen wertvolle Hinweise“, lobt Schuon.

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