Schau mir in die Augen!

Der allgemeine Preis- und Spardruck, insbesondere bei Kleinschäden, wirkt sich auch auf die Gutachtenfirmen im Versicherungsmarkt aus. DEKRA Experts B.V. geht einen neuen Weg mit einer interaktiven App.

(Bild: ZBW Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft /Flickr /CC BY-SA 2.0)

Der allgemeine Preis- und Spardruck wirkt sich auch auf Gutachtenfirmen aus. DEKRA Experts B.V. geht einen neuen Weg mit einer interaktiven App. (Bild: ZBW Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft /Flickr/CC BY 2.0)

„Klirr!“ So ein Ärger! Der Kater ist bei seinem Ausflug übers Sideboard an der Vase hängen geblieben. Ein paar Mal ist sie hin und her gewankt, um schließlich doch auf den Boden zu krachen. Ein Anruf bei der Hausratversicherung und am folgenden Tag erhält der Versicherte eine E-Mail mit einem Hyperlink ins Internet. Einen Klick später steht die Verbindung und auf dem sich öffnenden Display-Fenster fragt ein freundlicher Sachverständiger: „Guten Tag! Wie kann ich Ihnen helfen?“

So ähnlich beginnen Tausende von Gutachten, die DEKRA B.V. pro Jahr für viele Versicherungskunden durchführt. Mit der selbst entwickelten App „i2i“ können Geschädigte und Sachverständige seit etwa einem Jahr in Echtzeit miteinander kommunizieren. „Über die integrierte Kamera auf dem Laptop, dem Tablet oder dem Smartphone des Kunden kann der Gutachter den Schaden sofort in Augenschein nehmen und regulieren.

Bis zu einer bestimmten Schadenhöhe ist kein Besuchstermin mehr nötig. Fahrtkosten, zweifelhafte Schadenfotos und langwierige E-Mail- oder gar Briefwechsel entfallen ebenfalls“, betont der verantwortliche Projektleiter Reginald Vogelzang. Die Verbindung sei dank neuester Technologien äußerst stabil und laufe auf nahezu allen Endgeräten und Betriebssystemen. Zehn Schadengutachter in der Zentrale von DEKRA Claims & Expertise B.V. nahe Rotterdam schalten sich bereits per App auf die Endgeräte ihrer Kunden.

Die direkte Verbindung zählt

Für die Versicherung, welche die Gutachten in Auftrag gibt, besteht der Vorteil in der Kundenbindung. „Wir können über DEKRA und i2i eine direkte Verbindung herstellen, eben Auge in Auge. Etwaige Missverständnisse werden durch die Kommunikation in Echtzeit minimiert“, freut sich Arnold Coersen, Bereichsleiter Privatkunden von IAK, einer der größten Versicherungen der Niederlande. „Gleichzeitig werden wir als Unternehmen wahrgenommen, das mit zukunftsweisenden Technologien arbeitet.“

Seit etwa drei Jahren arbeitet IAK mit DEKRA zusammen. Ein großer Erfolg war schon das Produkt BART, ein interaktiver Online-Fragebogen, der die Versicherten durch den Schaden-Aufnahmeprozess führt. „Wir waren damit bereits sehr zufrieden“, sagt Coersen, „deshalb haben wir i2i eine Chance gegeben – und sind damit bisher sehr gut gefahren.“ So gut, dass mittlerweile mehr als ein Viertel der Schäden online begutachtet werden.

Die niederländischen DEKRA Experten entwickeln i2i kontinuierlich weiter, weil die App Kundenbeziehungen in der Gesundheits- und Tourismusbranche ebenso optimieren könnte. Denn auch dort macht der persönliche Augenkontakt den Unterschied.

Die komplette Ausgabe der DEKRA Solutions finden Sie hier zum Durchblättern.