Leises Wasser

Der Badeinrichtungs-Spezialist Bette hat einen bauakustischen Prüfstand errichtet. DEKRA begleitete den außergewöhnlichen Bau auf dem Firmengelände von der Planung bis zur Einmessung.

(Bild: Olli Henze/Flickr /CC BY-SA 2.0)

Wasser soll fließen, aber bitte leise. (Bild: Olli Henze/Flickr/CC BY 2.0)

Das Wasser klatscht in die Duschwanne, das Geräusch hallt von den kahlen Betonwänden wider. Thomas Klöwer, Techniker beim Delbrücker Badausstatter Bette, dreht den Hahn ganz auf. Eine Etage tiefer sieht DEKRA Mitarbeiter Oliver Winter auf dem Monitor das fließende Wasser und startet das Schallmessgerät. Stille.

„Sehen Sie, unter 20 Dezibel“, freut sich der Experte über den Messwert. Auch Thilo C. Pahl, geschäftsführender Gesellschafter von Bette, ist zufrieden mit dem Prüfergebnis der schalltechnisch entkoppelten Duschwanne. Zum einen habe er den Schall greifbar machen wollen, gibt er als Motivation für den Bau des hauseigenen Schall-Prüfstandes an. „Außerdem können wir unsere neuen Produkte so vorab auf Geräusche testen und den Weg für die spätere Schallschutzzertifizierung durch das Fraunhofer-Institut vereinfachen“, erklärt der 32-Jährige weiter.

Das Haus im Haus

Schalltechnisch von der umgebenden Gebäudehülle getrennt, beinhaltet ein zweigeschossiger Betonwürfel als Haus-im-Haus den Prüfstand im prägnanten Neubau auf dem Bette-Firmengelände. Im Obergeschoss befindet sich der Testraum mit montierten Duschwannen und Waschbecken. Hier fließt das Wasser. Das Nebenzimmer und zwei darunterliegende Räume sind die Messbereiche. Hier erfassen die Bette-Techniker die Wassergeräusche und prüfen, ob sie den aktuellen Schallschutzanforderungen entsprechen. Diese sind beispielsweise bei Neubauten von Krankenhäusern, Hotels oder auch Privathäusern zu berücksichtigen.

Auf der Suche nach der optimalen Messtechnik

„Fließgeräusche in der Nacht oder frühmorgens können sehr störend sein“, sagt Oliver Winter. „Daher gilt es, diese bestmöglich zu vermeiden.“ Doch wie baut man einen solchen Prüfstand? „Als die Firma Bette auf uns zukam, um dieses außergewöhnliche Projekt zu begleiten, mussten wir uns zunächst umfassend über Vorschriften und Normen informieren“, erinnert sich der DEKRA Experte. Gemeinsam mit seinem Kollegen Peter-Alexander Pöhler analysierte Winter zunächst relevante Gesetzesvorgaben und bestehende Prüfstände. „Nur so konnten wir die Bauausführung, Einmessung und Auswahl der optimalen Messtechnik begleiten.“

Heute dient der Prüfstand auch Demonstrationszwecken. „Hier können wir Handwerkern und Berufsschülern in Seminaren und Führungen die fachgerechte Montage unserer Produkte vermitteln“, lobt Thilo C. Pahl das gelungene Ergebnis der Zusammenarbeit mit DEKRA.

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