DEKRA-Training: Sicherer Umgang mit Elektroautos

Nicht jeder Mechatroniker darf automatisch Hand an die immer zahlreicheren Elektroautos anlegen. Ein spezielles Sicherheitstraining zum Umgang mit Hochvoltfahrzeugen ist nötig. Die DEKRA Akademie bietet es an.

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Bei allen Wartungsarbeiten an den HV-Komponenten eines Elektroautos muss der Fachmann vorher die Anlage spannungsfrei schalten und dabei spezielle Schutzhandschuhe für Elektriker tragen. (Bild: Werner Popp)

Die Bundesregierung will bis 2020 eine Million Elektroautos auf die Straße bringen. Nur fachkundiges Personal mit ausreichender Qualifizierung soll an diesen Hochvoltfahrzeugen (HV) Reparatur- und Servicearbeiten ausführen dürfen. Seit Anfang 2011 bietet die DEKRA Akademie Reparaturwerkstätten, Abschleppdiensten und Automobillogistikern entsprechende E-Mobility-Seminare an. Der Unterricht entspricht den gesetzlichen Vorgaben von acht Theorie- und vier Praxiseinheiten mit abschließendem Wissenstest.

„Basis des DEKRA Angebots sind die Vorgaben der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung. Auf dieser Grundlage haben wir modernste Lehr- und Lernmittel entwickelt, die unsere Teilnehmer für die Gefahren beim Arbeiten an Elektro-, Hybrid- und Brennstoffzellenfahrzeugen sensibilisieren“, erklärt Benno Rauhut. Der DEKRA Experte hat die ersten Seminare geleitet, Prüfungen abgenommen und Zertifikate ausgestellt. Ihm ist wichtig, dass die Teilnehmer das Gefahrenpotenzial elektrotechnischer Arbeiten erkennen und entsprechende Schutzmaßnahmen treffen können.

In Berlin nahmen auch zwei Werkstattmitarbeiter der Werner Egerland Automobillogistik GmbH in Neuseddin und ein Kfz-Meister der Ingenieurgesellschaft Auto und Verkehr (IAV) Berlin am Kurs teil. „Im Auftrag der CAT GmbH Deutschland führen wir im Egerland Logistikcenter Neuseddin Kontroll- und Auslieferungstätigkeiten an Renault-Fahrzeugen durch. Das schließt den Umgang mit Elektroautos ein“, sagt Karl-Heinz Schulze, Werkstattleiter bei Egerland. Wie sein Kollege Detlef Klütz braucht er den Kursnachweis, damit Renault ihn zu einem viertägigen, markengebundenen Intensivlehrgang zum Kangoo Electric zulässt.

Schulze und die anderen Kursteilnehmer haben sich selbst die gemeinsame Wissensgrundlage für das Seminar in einem dreistündigen, webbasierten Training mit anschließendem Multiple-Choice-Test angeeignet. Nur wer diesen Test bestand, war für den eintägigen Praxiskurs samt erweitertem Theorieteil in Berlin-Tempelhof qualifiziert. Hier studierten die angehenden Elektrofachkräfte für HV-Systeme an vier verschiedenen Elektroautos den Aufbau der unterschiedlichen Hochvolt-Anlagen und lernten, welche Besonderheiten es zu beachten gilt, wer welche Arbeiten an ihnen vornehmen darf und wie die komplette Anlage spannungsfrei zu schalten ist, falls sie an den HV-Komponenten arbeiten müssen. Mit Erfolg: Alle Teilnehmer bestanden die Abschlussprüfung und bekamen das begehrte Zertifikat der DEKRA Akademie ausgehändigt.

 

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