EU will Typgenehmigungssystem für PKW verschärfen

Die Europäische Kommission will verstärkt in das Typgenehmigungssystem von Automobilherstellern eingreifen und die Einhaltung der dort festgelegten Standards kontrollieren.

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Künftig will die EU-Kommission bei Typgenehmigungssystem verstärkt kontrollieren. (Bild: Neitzel)

Die vermehrten Kontrollen seien besonders nach dem VW-Skandal um gefälschte Emissionswerte nötig. Die neuen Reformen zielen nach Angaben der Kommission darauf ab, vergleichbare Regelverstöße seitens der Automobilhersteller zu verhindern.

Bisher sind nur die nationalen Behörden für die Typgenehmigung eines Autos zuständig. Zwar gibt die EU die rechtlichen Rahmenbedingungen vor, deren Einhaltung durch die Hersteller wird aber nur auf nationaler Ebene kontrolliert.

Dass sich das Verfahren ändern muss, meint auch Jyrki Katainen, Vizepräsident der Europäischen Kommission: „In einem Binnenmarkt mit freiem Warenverkehr muss sich jeder an die Regeln halten. Der VW-Abgasskandal hat deutlich gezeigt, dass das System der Marktzulassung von Fahrzeugen weiter verbessert werden muss.“

Die Kommission schlägt folgende Verbesserungen vor:

1. Stärkere Unabhängigkeit und bessere Qualität bei den Prüfungen:

In den meisten EU-Staaten werden technische Dienste mit der Prüfung der Fahrzeuge beauftragt. Diese werden allerdings direkt vom Fahrzeughersteller bezahlt. Daher soll das Bezahlsystem geändert werden, um Interessenskonflikten von Dienstleister und Hersteller vorzubeugen. Zudem sollen die technischen Dienste nach strengeren Leistungskriterien ausgesucht und selbst von unabhängigen Stellen geprüft werden.

2. Bessere Prüfung bereits zugelassener Fahrzeuge

Diese sollen in Zukunft durch die Mitgliedsstaaten und die Kommission stichprobenartig geprüft werden. Weiter sollen die EU-Staaten Schutzmaßnahmen gegen nichtkonforme Autos durchführen und zwar bevor die Behörde handelt, die die Typgenehmigung erteilt hat. Die Funktionsweise der Überprüfungen müssen zudem öffentlich bekannt gegeben werden.

3. Stärkung des Systems durch EU-Aufsicht:

Künftig soll die Kommission unzulänglich arbeitende technische Dienste einschränken können. Auch sollen nachträgliche Prüfungen der Fahrzeuge sowie Rückrufe und Bußgeldzahlungen möglich sein. Die Kommission wird ein Forum leiten, das die Durchsetzung der Rechtsvorschriften überprüft.

Mehr Informationen: Abgasmessung der Zukunft: Ab auf die Straße! (Teil 1/3)