Künftig Tempo 30 vor sozialen Einrichtungen?

Um Unfällen vorzubeugen, soll schon bald vor allen Schulen, Kitas, Krankenhäusern und Seniorenheimen Tempo 30 gelten.

Künftig Tempo 30 vor sozialen Einrichtungen?

Die Verkehrsminister der Länder wollen Tempo 30 vor sozialen Einrichtungen ermöglichen.

Eine Änderung in der Straßenverkehrsordnung soll dies möglich machen. Zu diesem Beschluss kamen die Verkehrsminister der Länder bei einer Konferenz in Heringsdorf, Mecklenburg-Vorpommern. Die Verkehrsminister erhoffen sich von der generellen Geschwindigkeitsbegrenzung vor allem eines: eine erhöhte Verkehrssicherheit für Kinder und Senioren. Auch auf den Lärmschutz soll sich das generelle Tempo 30 positiv auswirken. Der Bund wolle den Antrag der Länder prüfen, sagte Christian Pegel (SPD), Vorsitzender der Verkehrsministerkonferenz.

Um eine 30er-Zone einzurichten, musste bisher nachgewiesen werden, dass die Zone ein Unfallschwerpunkt ist. „Mit der Vereinfachung für Tempo-30-Zonen können wir Unfällen vorbeugen und sorgen für mehr Verkehrssicherheit“, sagte Martin Dulig, der sächsische Verkehrsminister, der dpa.

Lob für den Vorstoß der Verkehrsminister kam von Seiten des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC). Gleichzeitig fordert ADFC-Bundesvorstand Ulrich Syberg eine generelle Begrenzung auf Tempo 30 im gesamten Stadtgebiet und nicht nur vor sozialen Einrichtungen und Wohngebieten: „Niemand fühlt sich in einer Stadt wohl, durch die der Auto- und LKW-Verkehr braust.“ Allerdings seien die gesetzlichen Bestimmungen für 30er-Zonen bisher zu streng. „Wenn eine Stadt sagt: Wir wollen weniger Lärm, mehr Lebensqualität und mehr Sicherheit – dann soll sie es auch nach der Straßenverkehrsordnung können“, so Syberg weiter.

Der DEKRA Verkehrssicherheitsreport beschäftigt sich mit den Risiken für Radfahrer, Fußgänger und besonders für Kinder und Senioren im Straßenverkehr.