Autonome Autos – Wie hoch ist das Risiko?

Während in den USA die Entwicklung der autonomen Autos konsequent vorangetrieben wird, ist in Deutschland eine Diskussion über mögliche Risiken entbrannt.

Zu Unrecht, wie viele Verkehrsexperten und Ingenieure finden. Sie sind permanent damit beschäftigt, Horrorszenarien, die in der Gesellschaft kursieren, zu entkräften.

Ein Beispiel: Ein Fahrzeug fährt durch eine 30er-Zone, in der parkende Autos am rechten Fahrbahnrand stehen. Plötzlich springt ein Kind zwischen den Autos auf die Straße. Kritiker befürchten, dass autonome Autos nicht rechtzeitig reagieren könnten und so das Kind überfahren würden.

Doch die Kameras des Roboterautos hätten die unüberschaubare Situation längst erkannt und das Auto verringert seine Geschwindigkeit sofort. Es kann jederzeit eine Vollbremsung einleiten und einen Zusammenstoß mit dem Kind vermeiden, meint Michael Fasten, Projektleiter Automatisiertes Fahren bei Bosch.

Autonome Autos fahren vorausschauend.

Durch eine vorausschauende Fahrweise minimieren autonome Autos das Risiko eines Unfalls. (Bild: DEKRA)

Ein weiteres Horrorszenario: Auf einer Allee kreuzt plötzlich ein Fahrradfahrer die Fahrbahn. Was macht das autonome Auto? Fährt es den Fahrradfahrer an oder weicht es von der Fahrbahn ab und prallt gegen einen Baum?

Weder noch! Denn auch hier registriert das Auto die unüberschaubare Situation und fährt notfalls mit Schrittgeschwindigkeit, um bei Hindernissen sofort stehen bleiben zu können.

Viele Unfälle geschehen, weil es den Fahrern an Umsicht mangelt. Autonome Autos fahren sehr vorausschauend und minimieren so das Unfallrisiko. Dabei halten sie sich stets an Verkehrsregeln und –schilder. Die verschiedenen Radarsysteme, Kameras und Sensoren eines autonomen Autos arbeiten dauerhaft zusammen, um eine möglichst gute Übersicht über das Verkehrsgeschehen zu ermöglichen.

Außerdem wählt das autonome Auto immer den risikoärmsten Weg von A nach B. Das Gehirn des Autos, der sogenannte Planer, wählt dabei eine Risiko-Nutzen-Abwägung, erläutert Fasten. Das Auto würde eine risikoreichere Straße nur dann bevorzugen, wenn die Fahrzeit sich dadurch deutlich verringern würde.

Autonome Autos wählen also nicht zwischen potenziellen Unfallopfern, sondern sorgen durch ihre umsichtige Fahrweise dafür, dass gar kein Unfall passiert.

Via: Spiegel Online

Die DEKRA-Infografik zeigt, wie wenig die Deutschen autonomen Autos trauen.