Autonomes Fahren: Google kooperiert mit Fiat Chrysler

Autos von Fiat Chrysler werden mit Google-Technik für autonomes Fahren ausgestattet. Bereits 2017 sollen Prototypen auf die Straße kommen.

Partnerschaft: Google und Fiat Chrysler haben beschlossen, gemeinsam selbstfahrende Autos zu bauen. Foto: Bosch

Partnerschaft: Google und Fiat Chrysler haben beschlossen, gemeinsam selbstfahrende Autos zu bauen. Foto: Bosch

Der Internetkonzern Google arbeitet seit sieben Jahren an der Technologie für autonomes Fahren. Dabei hieß es von Anfang an aus dem Unternehmen, man wolle nicht selbst Autos bauen. Also gingen die Verantwortlichen auf Partnersuche. Der ist nun gefunden: Fiat Chrysler (FCA) wird als erster großer Automobilhersteller Google-Technik für selbstfahrende Autos verwenden.

Erste Tests bereits in diesem Jahr

Im ersten Schritt sollen 100 Hybridmodelle auf Basis des Chrysler-Minivans Pacifica ausgestattet werden. Die beiden Partner kündigten an, dass ein gemeinsames Team die Autos an einem Standort im Südwesten des US-Bundesstaates Michigan bauen werde. Noch in diesem Jahr könnten erste Fahrversuche auf Googles Testgelände in Kalifornien stattfinden. Medienberichten zufolge wollen Fiat Chrysler und Google zur Automesse in Detroit im Januar 2017 bereits Prototypen präsentieren, die für Tests auf öffentlichen Straßen bereit sind.

Andere Autohersteller setzen auf eigene Technologien

Bislang hat Google seine Technik für autonomes Fahren in Eigenregie entwickelt und betreibt eine Testflotte von elektrischen Zweisitzern. Immer wieder gab es Spekulationen über mögliche Partnerschaften, unter anderem mit General Motors und Ford. Doch wie Letzterer setzen viele Autohersteller auf eigene Technologien. So erteilten beispielsweise Mercedes und BMW dem IT-Konzern Apple eine Absage für eine Zusammenarbeit am geplanten selbstfahrenden iCar.

Sergio Marchionne, Chef von Fiat Chrysler, hatte sich wiederholt offener als andere Bosse der Branche für Kooperationen mit Technologie-Unternehmen wie Apple und Google gezeigt. Fiat Chrysler galt deshalb schon seit geraumer Zeit als ein wahrscheinlicher Google-Partner. Der Konzern ist zudem nicht so weit mit der Entwicklung eigener Technik für autonomes Fahren wie andere große Player. Marchionnes Argument: Die klassischen Autohersteller werden nicht ohne Kooperationen mit den Internetfirmen auskommen.

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