Fahrrad im Stadtverkehr: Fünf Sicherheitstipps für Autofahrer

Gegenseitige Rücksichtnahme von Fahrrad- und Autofahrern kann viele schwere Unfälle verhindern. Wir erklären, was es zu beachten gilt.

Es mangelt an Verständnis. Auto- wie Fahrradfahrer beschuldigen sich gegenseitig, im Straßenverkehr keine Rücksicht auf den jeweils anderen zu nehmen. Häufig kommt es aus Unachtsamkeit zu schweren Unfällen. Wie die folgenden Zahlen verdeutlichen, sind gerade Städte für Fahrradfahrer ein gefährliches Pflaster:

Die meisten Fahrradunfälle mit Personenschaden passieren in der Stadt

Ein besseres Miteinander von Fahrrad- und Autofahrern hilft, Unfälle zu vermeiden. (Grafik: DEKRA)

Dabei sorgt ein besseres Miteinander für mehr Sicherheit. Diese fünf Tipps von auto-service.de helfen, Unfälle zu vermeiden:

1. Verständnis füreinander aufbringen

Zunächst einmal sollten Sie sich als Autofahrer grundsätzlich darüber im Klaren sein, dass Fahrräder keinerlei Knautschzone besitzen. Schon ein kleiner Sturz kann größere Verletzungen zur Folge haben. Für ein besseres Miteinander im Verkehr ist es außerdem hilfreich, andere Verkehrsteilnehmer nicht als Hindernisse oder gar Bedrohung zu empfinden, die Sie davon abhalten, rechtzeitig Ihr Ziel zu erreichen. Wer von vornherein mehr Zeit einplant, reagiert in kniffligen Situationen gelassener. Auf der anderen Seite dürfen Radfahrer nicht davon ausgehen, Sonderrechte zu besitzen, nur weil sie das ökologisch bessere Fortbewegungsmittel gewählt haben.

2. Die Straße ist für alle da

Radfahrer sind zwar grundsätzlich angehalten, vorhandene Radwege zu nutzen, sie müssen aber nicht. Oftmals zwingen  parkende Autos oder andere Hindernisse sie, auf die Straße auszuweichen. Mitunter fahren Fahrradfahrer dort sogar sicherer, da an Zufahrten und Einmündungen die Gefahr besteht, übersehen zu werden.

3. Vorsicht walten lassen

Ein Großteil der Unfälle zwischen Auto- und Fahrradfahrern passiert an Grundstücksausfahrten. Sie sollten sich daher vorsichtig an eine Ausfahrt herantasten und immer damit rechnen, dass plötzlich ein Fahrrad Ihren Weg kreuzt. Das gilt im Übrigen auch für Einbahnstraßen. Wenn es entsprechende Zusatzschilder erlauben, dürfen Räder hier entgegen der Fahrtrichtung radeln. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn Kinder mit dem Rad unterwegs sind. Unkontrollierte Manöver sollten Sie immer einkalkulieren und dementsprechend Ihr Tempo anpassen.

4. Fahrradfahrer dürfen an Ampeln drängeln

Hinten anstellen gilt an der roten Ampel nicht für Räder. Sie dürfen sich bis in die erste Reihe vorschlängeln. Über Rot fahren natürlich nicht, ansonsten droht ein saftiges Bußgeld. An Zebrastreifen haben Fahrradfahrer im Gegensatz zu Fußgängern keinen Vorrang – nur wenn sie absteigen und ihr Gefährt schieben.

5. Abstand halten

Wenn Sie ein Fahrrad überholen, müssen Sie mindestens 1,50 Meter Abstand halten. Ganz auf Nummer sicher gehen Sie, wenn Sie komplett auf die linke Spur wechseln – die Radler müssen ihrerseits genügend Raum zwischen sich und dem Fahrbahnrand haben. Es handelt sich also keineswegs um Schikane, wenn der Fahrradfahrer nicht ganz rechts fährt. Reicht der Platz zum Überholen nicht aus, bleiben Sie hinter dem Rad. Lassen Sie sich nicht zu hektischen und im Endeffekt gefährlichen Fahrmanövern hinreißen. Denken Sie daran: Zu spät zu kommen ist besser als einen Unfall zu verursachen!

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