Hände ans Steuer, nicht ans Smartphone!

Autofahrer, die während der Fahrt ihr Smartphone nutzen, stellen für sich selbst und andere ein erhebliches Verkehrsrisiko dar.

Smartphones am Steuer sind gefährlich.

Während der Fahrt gehören die Hände des Fahrers ans Steuer und der Blick auf die Straße.

Für eine Studie haben Verkehrsexperten der Technischen Universität Braunschweig den Verkehr an ausgewählten Standorten in Hannover, Braunschweig und Berlin analysiert. Von den beobachteten 12.000 Fahrern waren 4,5 Prozent durch die Nutzung ihres Smartphones abgelenkt.

Einen Unterschied zwischen fahrenden und stehenden Autos gab es dabei nicht, sagte Professor Mark Vollrath, der Leiter der Studie, gegenüber dem Norddeutschen Rundfunk (NDR). „Den Leuten scheint nicht klar zu sein, wie gefährlich gerade das Tippen auf dem Handy ist. […] Man lässt solche Dinge erst dann sein, wenn sie zu negativen Konsequenzen führen“, so Vollrath weiter.

Und diese Konsequenzen können schwerwiegend sein: Die Nutzung des Smartphones während der Autofahrt erhöht das Unfallrisiko teilweise um das Zwölffache. Denn ein telefonierender Autofahrer fährt so wie ein Autofahrer mit 0,7 Promille Alkohol im Blut. Auf dem Handy tippen entspricht sogar der Fahrqualität eines Autofahrers mit 1,3 Promille.

Vor allem junge Autofahrer lassen sich häufig vom Smartphone während der Autofahrt ablenken. Die Bilanz: 2015 registrierte das Kraftfahrtbundesamt fast 400.000 Verstöße wegen Smartphones am Steuer. Der ADAC schätzt, dass deutschlandweit jeder zehnte Unfall wegen unrechtmäßiger Handynutzung passiert.

Dabei gelten empfindliche Strafen für Smartphone-Nutzer. Wer erwischt wird, muss 60 Euro Bußgeld zahlen und kassiert einen Punkt in Flensburg. Was viele nicht wissen: Auch Radfahrer müssen während der Fahrt das Smartphone in der Tasche lassen, sonst droht ihnen ein Bußgeld von 25 Euro.

Eine Mehrzahl der Innenministerien der Länder will das Verbot von Smartphones am Steuer ausweiten und verschärfen. Doch bis eine schärfere Regelung durchgesetzt ist, bleibt nur der Appell an die Vernunft der Autofahrer. Zusätzlich gibt es Aufklärungsmaterial der Polizei, in dem über die  Gefahr der Smartphone-Nutzung am Steuer informiert wird – bisher mit geringem Erfolg, meint Professor Vollrath.

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