EU-Warnsystem für gefährliche Produkte: Spielzeug oft betroffen

Das EU-Schnellwarnsystem dient dazu, vor gefährlichen Produkten zu warnen. Neue Zahlen zeigen, wie notwendig das System tatsächlich ist.

Die Zahlen für das Jahr 2015 wurden von der Europäischen Kommission veröffentlicht. Seit 2003 existiert das EU-Schnellwarnsystem, an dem sich alle EU-Staaten sowie Norwegen, Island und Liechtenstein beteiligen. Registriert einer der Staaten ein gefährliches Produkt, kann er über das Schnellwarnsystem eine Warnung an die übrigen Staaten ausgeben. Diese können dann das Produkt mit einem Importverbot belegen oder bereits verkaufte Produkte zurückrufen. Das Schnellwarnsystem umfasst keine Nahrungs- und Arzneimittel, da diese separat bewertet werden.

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Im vergangenen Jahr gab es in allen beteiligten Ländern insgesamt 2.072 Warnungen über gefährliche Produkte. Am häufigsten war Spielzeug betroffen (27 Prozent), auf der Gefahrenliste folgen  Textilien (17 Prozent) und Kraftfahrzeuge (10 Prozent). Deutschland schickte die meisten Alarme (94) im Bereich der Kraftfahrzeuge an das Schnellwarnsystem.

In 25 Prozent der Fälle ging von dem Produkt ein durch Chemikalien hervorgerufenes Risiko aus. Auch eine mögliche Verletzungsgefahr (15 Prozent) wurde oft befürchtet. Bei 12 Prozent der Fälle drohte Gefahr durch Ersticken.

Die meisten beanstandeten Produkte stammten aus China (62 Prozent), mit großem Abstand folgten Deutschland (3 Prozent) und die Türkei (2 Prozent). Die Europäische Kommission arbeitet eng mit China zusammen, um den Import gefährlicher Produkte einzudämmen. Gibt das System eine neue Meldung über ein Produkt heraus, dessen Herkunftsland China ist, werden die chinesischen Behörden umgehend informiert.

Das EU-Schnellwarnsystem steht vor neuen Herausforderungen durch den enorm zunehmenden Online-Handel. Viele Produkte können in fremden Ländern bestellt werden und landen ohne Sicherheitskontrolle beim Käufer zu Hause. Die Kommission bemüht sich daher um eine gute Zusammenarbeit mit Grenzkontrollpersonal und Online-Händlern.

DEKRA ist auch im Bereich der Spielzeug-Prüfung tätig. Hier können Sie sich informieren.