Fünf Dinge, die selbstfahrende Autos noch nicht können

Die Technologie autonomer Fahrzeuge wird immer ausgefeilter. Wir zeigen, wo sie zumindest bislang mit dem Menschen nicht mithalten kann.

Mit Schlaglöchern tun sich selbstfahrende Autos nach wie vor schwer. Foto: Fotolia Peter Atkins

Mit Schlaglöchern tun sich selbstfahrende Autos nach wie vor schwer. Foto: Fotolia Peter Atkins

Die Fortschritte sind unverkennbar. In wenigen Jahren werden wohl tatsächlich die ersten selbstfahrenden Autos auf unseren Straßen unterwegs sein. Doch bis es so weit ist, müssen noch einige technische Hürden genommen werden. Die New York Times hat fünf Punkte aufgelistet, bei denen der menschliche Fahrer bis dato im Vorteil ist:

1. Faktor Mensch

Computergesteuerte Fahrzeuge können gar nicht anders als sich an die Verkehrsregeln zu halten. Was sie aber noch nicht beherrschen: sich auf unberechenbare menschliche Fahrer einzustellen. Die rasen schon mal, drängeln oder machen Fehler. V2V-Sensoren wie sie in Flugzeugen zum Einsatz kommen, könnten künftig den autonomen Autos auf die Sprünge helfen. Mit den Sensoren würden sie Daten zu Geschwindigkeit, Fahrtrichtung und Position anderer Verkehrsteilnehmer empfangen.

2. Witterung

Selbstfahrende Autos sind in der Regel auf Kameras angewiesen, um die Straße zu erkennen. Bei Nebel, Regen oder Schnee hat der Mensch noch den besseren Durchblick. Allerdings arbeiten Hersteller wie Ford an Lasersensoren, die Kameras überflüssig machen könnten. Mit der LiDAR-Technologie (Light Detection And Ranging) fand ein Ford-Testwagen nachts ohne Licht seinen Weg (siehe „Ford fährt ohne Licht durch die Nacht“).

3. Wegführung

Um zuverlässig zum Ziel zu kommen, benötigen autonome Autos 3-D-Kartenmaterial. Längst nicht alle Straßen wurden bislang so detailliert kartografiert. Außerdem bedarf es einer sehr hohen Rechenleistung und einer extrem schnellen Datenübertragung, um auf Umleitungen, Straßensperren oder Baustellen sofort reagieren zu können (siehe „Auf das Mobilfunknetz kommt es an“).

4. Schlaglöcher

Per Kamera lassen sich mittlerweile viele Hindernisse zuverlässig erkennen. Mit Schlaglöchern tun sich selbstfahrende Autos aber nach wie vor schwer: Die Technik erkennt nicht, ob es sich um ein tiefes Loch, nur eine Pfütze oder einen Ölfleck handelt. Lasersensoren könnten auch hier Abhilfe schaffen.

5. Ethik

Ein Computer kann nichts selbst entscheiden. Er wird lediglich für bestimmte Verkehrssituationen programmiert. Wie sieht aber zum Beispiel die Lösung aus, wenn plötzlich ein Kind auf die Straße läuft? Bei einem Zusammenprall würde es sterben, bei einem Ausweichmanöver der Fahrer beim Aufprall auf einen Baum ums Leben kommen. Und wer ist am Ende für den Unfall verantwortlich – der Programmierer? Darauf hat bislang niemand eine Antwort.

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