Cybersecurity: Handlungsbedarf steigt

Eine neue EU-Richtlinie soll besseren Schutz vor Hacker-Angriffen bieten.

Die Vernetzung der dinghaften Welt mit dem Internet („Internet der Dinge“) und die damit verbundenen Risiken für Unternehmen nehmen stetig zu. Vor diesem Hintergrund wird ein EU-weites Vorgehen in Sachen Cybersecurity immer wichtiger. Foto: Fotolia Jürgen Fälchle

Die im Juli verabschiedete NIS-Richtlinie zur Netzwerk- und Informationssicherheit, die im August mit einer Übergangsfrist von zwei Jahren in Kraft getreten ist, legt europäische Standards fest, die Cyberangriffe verhindern und den Austausch von Informationen verbessern sollen. Sie stellt laut DEKRA Experten eine sinnvolle Ergänzung zur allgemeinen Management-Richtlinie für Informationssicherheit ISO 27001 und zum technischen Standard IEC 62443 für die Integration von industriellen Systemen in Kommunikationsnetzwerke dar.

Um einen wirklich sicheren Umgang mit sensiblen Daten und Systemen zu garantieren, sind aber weitere Maßnahmen nötig, so Bert Zoetbrood, Verantwortlicher für das weltweite Geschäftsfeld Testing & Product Certification: „Cybersecurity ist ein komplexes organisatorisches Problem, das technische und prozessorientierte Test- und Zertifizierungsprogramme erfordert.“

Über die reine Datensicherheit hinaus bestehe Handlungsbedarf bei der funktionellen Sicherheit von Komponenten und Systemen, die bei Fehlfunktionen schwerwiegende Auswirkungen auf die öffentliche Ordnung und Sicherheit haben könnten. Hersteller sollten sicherstellen, dass vernetzte Systeme sich im Betrieb nicht gegenseitig beeinträchtigen, was zu drastischen Folgen führen könnte, so Zoetbrood weiter. Es gelte den störungsfreien Dreiklang von individuellen Komponenten, Systemen und Prozessen im Auge zu behalten.

Mehr lesen: Digitaler Wandel bringt eine Fülle neuer Aufgaben