Beschleunigungsstreifen auf der Autobahn: Keine Vorfahrt

Kaum auf dem Beschleunigungsstreifen der Autobahn angekommen – schon die vermeintliche Lücke genutzt und über alle Fahrspuren hinweg bis ganz nach links auf die Überholspur. So beschreibt das Polizeipräsidium Mittelhessen eine häufige Unfallursache.

Für viele Autofahrer ist der Beschleunigungsstreifen ein scheinbares Mysterium – Vorfahrt hat man auf ihm zum Beispiel nicht. Foto: ams

Für viele Autofahrer ist der Beschleunigungsstreifen ein scheinbares Mysterium – Vorfahrt hat man auf ihm zum Beispiel nicht. Foto: ams

Besonders bei stark befahrenen Autobahnen mit einem hohen Lkw-Anteil auf der rechten Spur kann man diese Aktionen immer wieder beobachten. Ohne Rücksicht auf den fließenden Verkehr wird über mehrere Spuren ganz nach links gewechselt. Dabei ist die Regelung in der Straßenverkehrsordnung unmissverständlich Der Verkehr auf der durchgehenden Fahrbahn hat Vorfahrt, wer auf die Autobahn auffährt, hat keinen Vorrang.

Nette Geste, keine Pflicht

Häufig sieht man besonders bei Lkw, dass deren Fahrer auf dreispurigen Autobahnen vor Auffahrten auf die Mittelspur wechseln, um auffahrenden Lkw das gefahrlose Einfädeln zu ermöglichen. Diese nette Geste ist jedoch keine Pflicht, im Zweifelsfall muss der auffahrende Pkw- oder Lkw-Fahrer auch am Ende des Beschleunigungsstreifen anhalten und warten, bis sich eine sicher zu nutzende Lücke im fließenden Verkehr ergibt.

Durch die auf Autobahnen herrschenden Geschwindigkeiten wirken sich Verstöße gegen diese Regeln im Zweifelsfall besonders dramatisch aus. Kaum auf der Autobahn, die rechte Spur – vielleicht auch noch eine mittlere – nur schräg kreuzend und direkt durch auf die äußerste linke Spur, dass kann manchmal gut gehen. Genauso schnell wie der Spurwechsel vonstatten geht, werden jedoch vielleicht auch andere Verkehrsteilnehmer übersehen. Die Folge dieser Unachtsamkeit kann eine Art Dominoeffekt sein. Einer muss überstürzt ausweichen, verdrängt damit einen Dritten und vielleicht erst der Vierte oder Fünfte der „Ausweichkette“ schafft es nicht mehr, rechtzeitig zu bremsen, es kommt zum Unfall.

Verstöße werden teuer

Ein Vorfahrtverstoß beim Wechsel über die Spuren wird übrigens teuer, vor allem wenn es zum Unfall kommt. Ein Punkt in Flensburg und ein Bußgeld von 110 Euro sind allein die Ahndungsmöglichkeiten, die die Bußgeldstelle dem Unfallverursacher dann schriftlich mitteilen wird. Von der möglicherweise begangene Straftat der fahrlässigen Körperverletzung,  dem Sachschaden und dem persönliche Leid der Betroffenen als Folgen des Verstoßes ganz zu schweigen.

Via Polizei Hessen

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