Haltezone vor Ampeln: Mehr Sicherheit für Fahrradfahrer

Mit einer speziellen, markierten Haltezone können in einigen Städten Fahrradfahrer an roten Ampeln vor den Autofahrern warten. Das erhöht die Sicherheit, da sie deutlicher wahrnehmbar sind.

In einigen Ländern sind an Ampeln eigene Haltebereiche für Radfahrer aufgemalt, die dann vor den Kraftfahrern auf Grün warten. Foto: Pixabay

In einigen Ländern sind an Ampeln eigene Haltebereiche für Radfahrer aufgemalt, die dann vor den Kraftfahrern auf Grün warten. Foto: Pixabay

Die meist mit auffälliger roter Farbe gekennzeichneten Zonen vor Verkehrsampeln werden in der Fachsprache „Aras“ genannt, was als Abkürzung für „aufgeweitete Radaufstellstreifen“ steht. Vor einer Ampel ist auf der gesamten Fahrbahnbreite eine Haltezone speziell für Fahrradfahrer reserviert, die Haltelinie für Autos liegt um drei bis fünf Meter versetzt dahinter. Durch aufgemalte Piktogramme sind die verschiedenen Zonen für alle Verkehrsteilnehmer klar erkennbar. Auf diese Weise ist es für Fahrradfahrer gefahrlos möglich, vor dem Autoverkehr anzufahren oder abzubiegen.

In Deutschland noch die Ausnahme

Roland Huhn, Rechtsreferent beim Bundesverband des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), erklärt dazu, dass Verkehrsplaner für diese Zonen im Bezug auf entsprechende Richtlinien und Kriterien auf eine bereits 2010 erschienene Schrift zum Thema „Radverkehrsanlagen“ zurückgreifen können. Während derartige „Aras“ in Ländern wie Belgien oder England bereits weit verbreitet sind, gibt es sie in Deutschland nur vereinzelt, zum Beispiel in Stuttgart.

Fahrradfahrer müssen allerdings nicht auf solche speziellen Haltezonen hoffen, sondern haben auch an normalen Ampeln das Recht, vorsichtig bis nach vorne zu fahren. „Paragraf 5 Absatz 8 der Straßenverkehrsordnung (StVO) erlaubt Radfahrern, Fahrzeuge, die auf dem rechten Fahrstreifen warten, mit mäßiger Geschwindigkeit und besonderer Vorsicht rechts zu überholen, sofern ausreichender Raum vorhanden ist“, so Roland Huhn.

Unzufriedene Autofahrer

Allerdings stößt dieses Verhalten nicht immer auf Gegenliebe, weiß der Verkehrsjurist zu berichten. „Leider enthält die StVO keine spezielle Verpflichtung für Fahrzeugführer, Radfahrern diesen Raum freizuhalten, und längst nicht jeder Autofahrer hält sich an das allgemeine Gebot der Rücksichtnahme aus Paragraf 1 der StVO.“ Daher komme es immer wieder vor, dass Autofahrer zum Beispiel ganz rechts am Fahrbahnrand an die Ampel heranfahren, damit keine Radfahrer an ihnen vorbeifahren können.

Der Verkehrsrechtler plädiert daher dafür, mehr „Aras“ einzurichten, um eine für alle Verkehrsteilnehmer klar erkennbare Situation zu schaffen. Besonders geeignet seien hierfür Ampeln an Kreuzungszufahrten mit langen Rotphasen.

Via zeit.de

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