Kindersicherung im Auto: So gehts

Die richtige Kindersicherung im Auto hat der Gesetzgeber ausführlich geregelt. Eine Broschüre erklärt die Einzelheiten.

So bitte nicht! Auch schlafende Kinder müssen sicher im Auto untergebracht werden. Ein nur lose umgelegter Gurt schützt im Falle eines Unfalles nicht vor schwersten Verletzungen. Foto: Pixabay

So bitte nicht! Auch schlafende Kinder müssen sicher im Auto untergebracht werden. Ein nur lose umgelegter Gurt schützt im Falle eines Unfalles nicht vor schwersten Verletzungen. Foto: Pixabay

Die Einführung des Sicherheitsgurtes im Pkw war ein Meilenstein auf dem Weg zur Vermeidung schwer verletzter oder getöteter Unfallopfer. Doch zur Kindersicherung eignen sich die Dreipunkt-Gurte moderner Autos erst ab einem bestimmten Alter, wenn die Kinder eine entsprechende Körpergröße erreicht haben. Bis dahin sind spezielle sogenannte Rückhalteeinrichtungen vorgeschrieben, die in fünf verschiedene Klassen eingeteilt sind.

Gewicht und Größe entscheiden

Maßgeblich für optimalen Schutz und das Bestehen vor dem Auge des Gesetzes ist dabei das Gewicht des Kindes. Die Klassen 0-III überscheiden sich dabei teilweise, so kann ein 15-18 Kilo schweres Kind sowohl in einem Klasse-I als auch in einem Klasse-II-Sitz sicher untergebracht werden. Zugelassene Rückhalteeinrichtungen erkennt man an ihrer Kennzeichnung mit einem „E“. Es befindet sich meist mit der Angabe der Gewichtsklasse auf einem orangefarbenen Etikett.

Während die üblichen Unterschiede und Einsatzarten von Reboard-Sitzen, normalen Kindersitzen oder Sitzerhöhungen sowie deren sichere und vorschriftsmäßige Bedienung aus den Anleitungen der jeweiligen Hersteller hervorgehen, gibt es dennoch einige Dinge zu berücksichtigen, die viele Eltern nicht kennen. Auch hierüber informiert die Broschüre des bayerischen Innenmisteriums.

Über 12 keine Pflicht mehr

So gilt die Pflicht zur Nutzung einer entsprechenden Rückhalteeinrichtung nur für Kinder, die unter 12 Jahre alt und kleiner als 150 Zentimeter sind. Ist beispielsweise ein elfjähriges Kind bereits größer, muss es mit dem regulären Sicherheitsgurt des Autos angeschnallt werden. Umgekehrt unterliegen Kinder, die zwar bereits über 12 Jahre alt, aber noch unter 150 Zentimeter groß sind, nicht mehr der Pflicht zur Kindersicherung. Dennoch empfiehlt sich für sie die Verwendung einer Sitzerhöhung. Moderne Pkw besitzen auch eine Gurthöhenverstellung, die entsprechend angepasst werden sollte.

Dass die Verwendung eines Reboard-Kindersitzes auf dem Beifarersitz nur mit deaktiviertem Airbag zulässig und sicher ist, wissen viele Eltern. Allerdings nicht, dass hierfür auch bei korrekter Verwendung Bußgelder drohen können, Denn der Gesetzgeber schreibt vor, dass in diesem Fall ein bei geöffneter Tür gut erkennbarer Warnhinweis (Aufkleber) angebracht sein muss, der auf die Gefahr durch einen aktivierten Airbag hinweist. Fehlt er, werden fünf Euro fällig. Ist der Airbag nicht abgeschaltet, kostet das sogar 30 Euro.

Via Innenministerium Bayern

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