Stromtankstellen: In zwei Jahren Vollversorgung?

Deutsche Autokonzerne wollen bis 2018 ein flächendeckendes Schnell-Ladenetz mit Stromtankstellen aufbauen, an dem Elektroautos innerhalb von 30 Minuten voll aufgeladen sind.

Deutsche Autokonzerne wollen bis 2018 ein flächendeckendes Schnell-Ladenetz aufbauen, an dem Elekroautos innerhalb von 30 Minuten voll aufgeladen sind. Foto: Pixabay

Deutsche Autokonzerne wollen bis 2018 ein flächendeckendes Schnell-Ladenetz aufbauen, an dem Elekroautos innerhalb von 30 Minuten voll aufgeladen sind. Foto: BMW

Das Elektroauto steht vor dem Durchbruch. Jahrzehntelang gehörte der Verkehr den Verbrennungsmotoren. Doch Diesel- und Abgasskandal, schwindende Ressourcen und die Luftverschmutzung in Ballungsgebieten zwingt zum Umdenken. Nun sind auch die Autohersteller selbst dazu übergegangen, den Einsatz des Elektroantriebs zu forcieren.

So plant BMW bereits für das kommende Jahr 2017 mit einem Verkauf von mehr als 100.000 Autos mit Ladefunktion (Elektroautos und Plugin-Hybrid-Fahrzeuge), bei VW soll bis 2025 der Anteil von solchen alternativen Antrieben bei 25 Prozent der Gesamt-Pkw-Produktion liegen. Nach heutigen Zahlen würde dies eine Jahresproduktion von rund zwei bis drei Millionen Elektroautos im Jahr entsprechen.

Infrastruktur noch nicht geeignet

Klar ist jedoch auch, dass die derzeitige Infrastruktur für eine solche massenartige Elektrifizierung des Individualverkehrs nicht gerüstet ist. Mit Ausnahme von Hausbesitzern sind die Fahrer eines Elektroautos auf eine Ladestation im öffentlichen Raum angewiesen, sei es am Arbeitsplatz, auf dem Parkplatz der Wohnstraße oder auf längeren Reisen unterwegs. Um die nach wie vor geringe Anzahl wird bereits jetzt gerangelt, oft sind sie belegt und nicht selten defekt.

Wie der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft berechnet hat, stehen derzeit an rund 2.900 Standorten lediglich rund 6.500 Ladestationen bereit – viel zu wenig, um eine Zahl von mehreren Hunderttausend Autos jeden Tag mit Energie zu versorgen. Diese mangelnde Infrastruktur ist auch einer der Hauptgründe für die bisherige Kaufzurückhaltung der Verbraucher, die trotz 4.000 Euro staatlicher Prämie nicht vom Elektroauto zu überzeugen sind.

Flächendeckendes Netz von Stromtankstellen

Ein flächendeckendes, genormtes Schnellladenetz soll diesen Makel schnellstmöglich beheben, und um das zu bewirken, haben sich nun drei deutsche Autohersteller zusammengetan. Gemeinsam mit dem Betreiber Tank&Rast, der unter anderem Autobahntankstellen unterhält, soll bis 2018 ein flächendeckendes Netz von Stromtankstellen entstehen, die das „Auftanken“ eines Elektroautos in rund 30 Minuten erlauben soll.

Zusätzlich kommen nun auch die Energieversorger aus der Reserve. Der Stromriese Vattenfall hat vor kurzem angekündigt, ein Netzwerk von Stromtankstellen namens „inCharge“ aufzubauen und die bestehenden Ladepunkte um mehrere Tausend zu ergänzen. Dabei plant Vattenfall auch eine vereinfachte Lösung für Unternehmen und Gemeinden, um kostengünstig un schnell eine eigene Ladestation aufbauen zu können.

Via automobil-produktion

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