Illegale Autorennen: Strafen sollen verschärft werden

Immer wieder sorgen illegale Autorennen vor allem in Großstädten für Horrormeldungen. Nun sollen die Strafen für die Täter erheblich verschärft werden.

Nach dem Bundesrat spricht sich jetzt auch das Verkehrsministerium für härtere Strafen bei illegalen Autorennen aus. Foto: Pixabay

Nach dem Bundesrat spricht sich jetzt auch das Verkehrsministerium für härtere Strafen bei illegalen Autorennen aus. Foto: Pixabay

Lebensgefährlicher Leichtsinn und Übermut, bei dem die Fahrer nicht nur sich selbst, sondern vor allem unbeteiligte Passanten und andere Verkehrsteilnehmer gefährden: Illegale Autorennen, die vor allem mitten in Städten stattfinden, sind zu einem extrem gefährlichen „Trend“ geworden, der in jüngster Vergangenheit mehrfach Todesopfer gefordert hat.

Rennen mit Mietwagen

Immer wieder liefern sich zumeist junge Männer ein „Duell“ und rasen mit massiv überhöhter Geschwindigkeit durch die Straßen, ignorieren rote Ampeln und andere Verkehrsteilnehmer. So starb im Februar in Berlin ein unbeteiligter Autofahrer beim Zusammenstoß mit dem 27jährigen Hamdi H., der bei einem illegalen Autorennen mit Tempo 160 über den Kurfürstendamm gerast sein soll. Dabei kommen nicht nur eigene Pkw zum Einsatz, immer öfter werden auch Mietwagen oder Fahrzeuge aus Carsharing-Diensten für Straßenrennen missbraucht.

Obwohl Hamdi H. und dem zweiten Fahrer Marvin N. derzeit in Berlin ein Prozess wegen Mordes gemacht wird, zweifeln Fachleute an der Durchsetzbarkeit dieses Tatvorwurfs. Denn bisher gelten solche illegale Autorennen nicht als Straftat, sondern als Ordnungswidrigkeit. Deshalb kommt es auch bei schweren Unfällen in aller Regel zu vergleichsweise milden Strafen für die Tatbeteiligten. Bisher gibt es in der Regel nur 400 Euro Bußgeld und einen Monat Fahrverbot für Teilnehmer illegaler Rennen.

Bis zu fünf Jahre Haft?

Nachdem bereits auf Länderebene eine Verschärfung der Gesetzeslage gefordert wurde, sind nun auch Bundesjustizminister Heiko Mass (SPD) und Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) auf diese Linie eingeschwenkt. Zwischen beiden Ministerien wird laut Medienberichten derzeit ein Gesetzesentwurf abgestimmt, der für Beteiligte an illegalen Autorennen auch Haftstrafen vorsieht.

In diesem Gesetzesentwurf heißt es, dass künftig Freiheitsstrafen zwischen zwei und fünf Jahren verhängt werden können, außerdem sollen die Behörden den Führerschein von solchen Rasern bis zu fünf Jahre einziehen können.

Via Tagesspiegel

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