Rückenleiden: Wenn die Pflege zur Belastung wird

Pflege ist oft Schwerstarbeit, Rückenleiden die Folge. Ein großer Teil der Pflegebedürftigen wird von Angehörigen versorgt. Pflegekurse der Kassen sollen ihnen Hilfestellung zum Gesundheitsschutz geben.

Die häusliche Pflege verlangt den Angehörigen große Anstrengungen ab. Auch psychischer Stress kann zu Rückenleiden führen. Foto: Pixabay

Die häusliche Pflege verlangt den Angehörigen große Anstrengungen ab. Auch psychischer Stress kann zu Rückenleiden führen. Foto: Pixabay

Es sind zum größten Teil Familienangehörige, die sich in Deutschland mit der Betreuung von pflegebedürftigen Patienten beschäftigen. Ehepartner, Kinder, aber zum Teil auch Eltern leisten dabei regelmäßig schwerste Arbeit. „Vor allem Transfersituationen wie das Umsetzen von der Bettkante auf den Rollstuhl belasten den Rücken des pflegenden Angehörigen“, berichtet Daniela Hurrelberg, Referentin für Hilfe für Pflegende und Bewegungsprogramme im DRK-Bundesverband. Das gilt besonders zu Beginn der Pflegesituation: In vielen Fällen stehen dann noch keine entlastenden Hilfsmittel zur Verfügung. Sind später Hilfsmittel vorhanden, müssen sie richtig angewandt werden, nämlich so, dass sie sowohl die eigene Bewegung als auch die des Pflegebedürftigen unterstützen. Das will gelernt und geübt sein, damit es nicht zu dauerhaften Fehlbelastungen der Muskulatur und Gelenke des Pflegenden kommt.

Krankenkassen bieten Unterstützung

Um hierbei eine Hilfestellung zu geben, vermitteln Pflegekurse der Krankenkassen das Know-How zum richtigen Umgang mit solchen Belastungen,, zu Grundlagen und Techniken. Dabei wird auch auf die individuellen Umstände eingegangen. Wer schon früher an einem Rückenleiden erkrankt war, benötigt andere Hilfestellung als ein gesunder Mensch.

Neben der körperlichen Belastung ist es jedoch auch die Psyche des pflegenden Angehörigen, auf die Rücksicht genommen werden muss. Denn Rückenleiden können sich nicht nur aus körperlicher Überlastung entwickeln. „Vor allem Langzeitpflege kann eine enorme psychische Belastung sein. Viele Angehörige leiden zunehmend unter sozialer Isolation, sind unzufrieden mit ihrer Rolle und empfinden die Dauerbelastung als Stress“, so die DRK-Expertin.

Nachdem gerade in Familien mit einem Pflegefall oft die Zeit für ein umfangreiches Sportprogramm als Prävention fehlt, sollten sich pflegende Angehörige auch auf kurze Entspannungsübungen zwischendurch konzentrieren. Entspannungsübungen wie Yoga, Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung lassen sich hervorragend in den Alltag einbauen, so die „Aktion DAS SICHERE HAUS“, die auch einen Flyer mit Ausgleichsübungen zusammengestellt hat.

Via Aktion DSH

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