Sekundenschlaf: Aktion gegen Müdigkeit am Steuer

Der sogenannte Sekundenschlaf gehört zu den größten Gefahren am Steuer. Eine Aktion des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR) gibt Tipps, um ihn zu vermeiden.

Aktion gegen den Sekundenschlaf: Übermüdete Autofahrer unterliegen einem hohen Unfallrisiko. Beliebte „Hausmittel“ helfen dabei nicht, bestimmte Verhaltensregeln können das Problem jedoch entschärfen. Foto: ams

Wissenschaftliche Studien gehen davon aus, dass auf Autobahnen rund 25 Prozent aller schweren Verkehrsunfälle auf übermüdete Autofahrer zurückzuführen sind. Demgemäß hat diese Unfallursache eine größere Bedeutung als Alkohol am Steuer.

Bei Langstreckenfahrten in der Dunkelheit oder unter gleichbleibenden Bedingungen und langen Geradeausfahrten ist das Risiko des Sekundenschlafs am größten, weil dadurch die Aufmerksamkeit des Fahrers nachlässt und die Monotonie die Gefahr des Einschlafens zusätzlich steigert. Untersuchungen zeigen, dass sich die Reaktionszeit von Autofahrern schon nach vier Stunden Nonstop-Fahrt um 50 Prozent verlängern kann. Das Unfallrisiko verdoppelt sich nach einer solchen Fahrzeit und nach sechs Stunden steigt es sogar um mehr als das Achtfache an.

Powernapping oder Bewegung an frischer Luft

In einer Kampagne unter dem Motto „Vorsicht Sekundenschlaf!“ macht der DVR auf das Problem aufmerksam, gibt Hinweise zu einer sicheren Fahrt, klärt über vermeintliche „Geheimtipps“ gegen Übermüdung auf und informiert, wie man eine Übermüdung rechtzeitig erkennen kann. Eigentlich klar, dennoch oft missachtet wird die Kernregel, nur möglichst ausgeruht nach ausreichend Schlaf eine längere Fahrt anzutreten. Grundsätzlich sollte alle zwei Stunden eine Pause eingelegt und bei ersten Anzeichen von Übermüdung wie häufigem Gähnen sofort angehalten werden.

Neben einem kurzen Erholungsschlaf ist es alternativ möglich, mit entsprechenden Bewegungsübungen den Kreislauf wieder in Schwung zu bringen. Kniebeugen, Muskellockerungen, Atemübungen an der frischen Luft zum Sauerstoff tanken sind dabei hilfreich. Frischluft durch das geöffnete Autofenster oder ein besonders laut gestelltes Radio hilft dagegen nicht, um der Übermüdung entgegen zu wirken.

Koffein ersetzt keinen Schlaf

Koffein aus Energy-Drings oder einem starken Kaffee ist kein Ersatz für ausreichende Erholung und Schlaf. Zudem weisen die Experten darauf hin, dass es erst nach rund 30 Minuten seine Wirkung entfaltet, daher nicht zur Bekämpfung akuter Müdigkeit geeignet ist.

Auch DEKRA Unfallforscher Markus Egelhaaf unterstreicht, dass das Risiko eines Sekundenschlafs häufig unterschätzt wird. „Egal ob die lange Heimfahrt nach dem anstrengenden Geschäftstermin, die nächtliche Urlaubsfahrt oder der Fahrtantritt nach einer viel zu kurzen Nacht – in den meisten Fällen lässt sich der Sekundenschlaf durch eine verantwortungsbewusste Termin- und Reiseplanung schon im Vorfeld verhindern“, so Egelhaaf.

Via DVR

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