Wasserleitung: Kunststoff als Schutz vor Rohrbruch

Wenn eine Wasserleitung bricht, drohen große Schäden. Kunststoffleitungen können eine Alternative sein. Was es hierbei zu beachten gilt.

Bei Neubauten haben sich Kunststoffrohre inzwischen durchgesetzt, sie sind aber auch bei Renovierungen eine empfehlenswerte Option. Foto: Pixabay

Hausbesitzer fürchten wenig mehr als eine kosten- und schadenträchtige Überschwemmung, verursacht durch einen Bruch der Wasserleitung. Anfällig sind vor allem ältere Rohre, die durch Korrosion undicht werden oder platzen können. Speziell wenn eine Renovierung ansteht, ist daher der Ersatz bisheriger Rohre aus verzinktem Stahl oder aus Kupfer durch Kunststoffleitungen eine überdenkenswerte Option. Denn das Material weist einige Vorteile auf.

Neben dem vergleichsweise geringen Preis ist es in erster Linie die Flexibilität des Kunststoffrohrs, die bei Installationen von Vorteil ist. Einerseits lässt sich die Wasserleitung so leichter verlegen, andererseits bietet es dadurch einen gewissen Schutz vor Frost. Gerade bei Gartenwasserleitungen oder der Wasserversorgung in unbeheizten Gebäudeteilen kann dies ein Vorteil sein, weil sich die Rohre ausdehnen können, ohne Schaden zu nehmen.

Fast nur Vorteile

Ein weiterer Vorteil von Kunststoffrohren ist deren relative Unempfindlichkeit gegenüber Verkalkung, da die Innenseiten sehr glatt sind. Allerdings ist nicht jede Wasserleitung aus Kunststoff gleich, es bestehen deutliche Unterschiede in der Materialwahl, die man je nach Anwendungsfall berücksichtigen muss. So sind Rohre aus PVC nur bis ca. 80 Grad Wassertemperatur geeignet, sind aber unempfindlich gegen Chlor und UV-Strahlung – wichtig zum Beispiel für den Bau eines Swimming-Pools. Rohre aus PE wiederum sind für hohe Wassertemperaturen geeignet, verspröden aber bei direkter Sonneneinstrahlung.

Der Vorteil von Kunststoffrohren gegenüber metallischen Rohren ist außerdem, dass sie für alle Wasserqualitäten unabhängig vom pH-Wert und der Wasserhärte geeignet sind, nicht korrodieren und folglich auch keine Metallionen in das Trinkwasser abgeben. Zu beachten ist jedoch im Gegenzug, dass eine Wasserleitung aus Kunststoff im neu installierten Zustand aufgrund der Absonderung bioverwertbarer Stoffe relativ günstige Voraussetzungen für die Vermehrung von Keimen bieten. Sie verhalten sich damit genau umgekehrt zu metallischen Leitungen, die anfangs toxisch auf Keime wirken. Im Laufe der Zeit stellen sich jedoch durch die Bildung von Biofilmen in allen Leitungstypen vergleichbare Zustände ein. Beim Einsatz von Kunststoffrohren in der Trinkwasserinstallation muss daher in den ersten sechs Monaten nach der Montage für einen hohen Wasserdurchsatz gesorgt werden.

Via sanitaer.org

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