Bleirohre: Gift im Trinkwasser

Bleirohre in der Trinkwasserinstallation können die Gesundheit schädigen. Bis heute sind solche Rohre in Betrieb. Wie kann man sie erkennen?

Sauberes Trinkwasser? Bei Bleirohren in der Hausinstallation ist das nicht sicher. Es gibt einfache Möglichkeiten, sie zu entdecken. Foto: Pixabay

Sie waren über Jahrhunderte hinweg die bevorzugte Variante zum Bau von Trinkwasserleitungen. Bereits die römischen Städte der Antike verfügten über ein weit verzweigtes Leitungsnetz, das zum großen Teil aus Bleirohren bestand. Die Gründe dafür sind naheliegend, denn die Verarbeitung solcher Rohre ist auch mit einfachsten Mitteln problemlos möglich. Das Material ist weich und besitzt eine vergleichsweise niedrige Schmelztemperatur. Doch Blei ist eben auch in entsprechender Dosierung hochgiftig für den Menschen, zumal es sich bei permanenter Aufnahme im Körper anreichert.

Bis heute sind in Bestandsimmobilien Bleileitungen verbaut, die noch immer in Betrieb sind, in erster Linie in der primären Wasserverteilung. Während in der Schweiz bereits 1914 ein Verbot von Trinkwasserleitungen aus Blei erlassen wurde, durfte das Material in Deutschland bis 1973 verbaut werden, in Österreich sogar bis 1983. Mieter und Eigentümer von Immobilien in Deutschland und Österreich, die vor den genannten Jahren erbaut wurden, sollten sich daher darüber informieren, ob ihr Haus hiervon betroffen ist. Erster Anlaufpunkt wäre die zentrale Wasserverteilung ab der Hausübergangsstelle der örtlichen Wasserversorgung, die sich üblicherweise im Keller befindet. Besonders in der Nähe der Wasseruhr sind die Wasserleitungen in der Regel frei von Isolierungen und leicht zu überprüfen.

Blei reichert sich im Körper an

Bleirohre lassen sich auch für Laien relativ einfach erkennen, da sie einige spezifische Merkmale aufweisen. Sehr einfach ist zum Beispiel der Test mit einem Magneten, da Blei nicht magnetisch ist. Beim abklopfen mit einem harten Gegenstand klingt Blei dumpf, mit einem Messer lassen sich Bleirohre leicht einritzen. Auch die Verlegungsart lässt Rückschlüsse auf Bleirohre zu, denn wegen seiner Materialbeschaffenheit wurden Bleirohre meist in großen Bögen verlegt.

Besteht der Verdacht, dass Bleirohre im Haus verbaut sind, sollte ein Fachmann zu Rate gezogen werden und eine Trinkwasseranalyse durchgeführt werden. An einer Erneuerung der Rohre geht dann kaum ein Weg vorbei, denn eine früher mögliche Rohrinnensanierung mit Epoxidharz ist umstritten und teils verboten. Übrigens: Da Blei teilweise auch dem Messingmaterial von Armaturen speziell aus dem niedrigen Preisbereich beigefügt ist, sollte man nach längerer Standdauer des Trinkwassers etwa bei der ersten Benutzung am Morgen erst einige Sekunden das Wasser laufen lassen, bevor man es als Trink- oder Kochwasser verwendet.

Via wassertest-online

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