Führerschein: Bald schon mit 16 hinters Steuer?

Der Führerschein mit 17 hat sich als großer Erfolg herausgestellt. Nun mehren sich die Stimmen, das Einstiegsalter für begleitetes Fahren im Auto auf 16 Jahre zu senken.

Neuer Anlauf für den Führerschein mit 16: Demnach sollen künftig Jugendliche bis zum 18. Geburtstag in Begleitung fahren dürfen. Foto: ams

Es begann zunächst als Modellversuch und wurde dann bundesweit eingeführt: das begleitete Fahren mit 17 Jahren, kurz BF17. Dank dieser Regelung können Jugendliche bereits im Alter von 17 Jahren hinter das Steuer eines Pkw und erste Fahrerfahrung sammeln, bis der offizielle Führerschein mit 18 Jahren ausgestellt wird. Die Auflagen hierfür sind beachtlich. So muss die Begleitperson des Fahranfängers das 30. Lebensjahr vollendet haben, mindestens seit fünf Jahren im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis der Klasse B (Pkw) sein, und darf im Fahreignungsregister mit nicht mehr als einem Punkt belastet sein. Zusätzlich gilt außerdem die „0,5-Promille-Grenze“ und das Drogenverbot auch für den begleitenden Beifahrer.

Verstöße hiergegen werden drastisch geahndet. Führt der Fahranfänger einen Pkw ohne eine benannte Begleitperson, wird die Fahrerlaubnis widerrufen. Dazu kommt ein Bußgeld, ein Punkt im Fahreignungsregister, eine Verlängerung der Probezeit und vor der Neuerteilung der Fahrerlaubnis die Teilnahme an einem Aufbauseminar. Trotz dieser Hürden ist das Interesse groß, rund die Hälfte aller Fahranfänger nimmt das Angebot wahr.

Kosten senken, Sicherheit erhöhen

Das wirkt sich in vielerlei Hinsicht aus. So wird zum Beispiel die Kfz-Versicherung günstiger. Im Schnitt kostet das erste Jahr mit den Eltern auf dem Beifahrersitz 31 Prozent weniger, als wenn ein 18-Jähriger direkt unbegleitet auf den Verkehr losgelassen wird. Hat der Jugendliche dann ein Jahr Fahrpraxis und versichert sein eigenes Auto, so reduziert sich die Prämie im zweiten Jahr durchschnittlich um 20 Prozent. Die Sicherheit im Straßenverkehr profitiert ebenfalls. Jugendliche, die beim BF17 mitgemacht haben, verursachen später rund 20 Prozent weniger Unfälle als diejenigen, die darauf verzichtet haben.

Mehrere Parteien aus Niedersachen haben nun gefordert, das Einstiegsalter für das begleitete Fahren auf 16 Jahre abzusenken, um den Jugendlichen noch mehr Fahrpraxis zu erlauben. Hintergrund hierfür ist die Beobachtung, dass das mögliche Probejahr oft nicht ausgeschöpft wird und lediglich einige wenige Monate im BF17-Modell gefahren wird.

Via RP Online

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