Medikamente am Steuer: Fahrtüchtigkeit in Gefahr

Wer Medikamente nimmt und Auto fährt, sollte sich genau über die möglichen Nebenwirkungen informieren. Gerade bei Erkältungen droht Gefahr.

Erkältungen und Medikamente dagegen können eine unheilvolle Mischung für die Fahrtauglichkeit ergeben. Daher sollten einige Ratschläge unbedingt beherzigt werden. Foto: Pixabay

Erkältungen sind naturgemäß besonders im Winter weit verbreitet. Die Deutsche Verkehrswacht macht auf dieses Problemfeld aufmerksam. Denn nicht nur die körperliche Beeinträchtigung durch die Erkrankung, auch gegen Erkältungssymptome eingenommene Medikamente können die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen. Die Fachleute schätzen, dass ca. 20 bis 25 Prozent der Unfälle direkt oder indirekt auf Medikamente zurück zu führen sind. Dazu der Verkehrspsychologe und fachliche Leiter der DEKRA-Begutachtungsstellen für Fahreignung Dr. Wagner: „Soweit darf es nicht kommen, jeder Kraftfahrer muss vor Fahrtantritt selbst seine Fahrtüchtigkeit überprüfen. Problematisch sind Mittel, die müde machen und die Reaktionsfähigkeit beeinflussen, aber auch Substanzen, die aufputschen, Herzrasen verursachen oder allergische Reaktionen hervorrufen.“

Ärzte der Deutschen Lungenstiftung gehen davon aus, dass bei einem schweren grippalen Infekt sowohl Konzentration als auch Reaktion um bis zu elf Prozent beeinträchtigt sind. Diese abstrakte Zahl lässt sich auch bildlich darstellen – sie entspricht einem Blutalkoholwert von 0,5 bis 0,65 Promille. Es empfiehlt sich deshalb für den Fahrer, den Arzt oder Apotheker zu fragen, ob die von ihm eingenommenen Medikamente die Fahrtüchtigkeit beeinflussen können. Auch im Beipackzettel sind entsprechende Informationen enthalten. Im Zweifel gilt der Grundsatz `Hände weg vom Lenkrad`.“

Grippe „wirkt“ wie Alkohol

Medikamente, die vor allem die Symptome einer Erkältung bekämpfen, können dabei eine trügerische Sicherheit vermitteln. Der Erkrankte fühlt sich zwar fitter, bleibt jedoch gesundheitlich belastet. Die DVW weist außerdem darauf hin, dass zwischen 15 und 20 Prozent der in Deutschland zugelassenen Medikamente die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen können. Hierzu zählen in erster Linie verschreibungspflichtige Medikamente, deren Wirkstoffe auf das Kreislauf- und das zentrale Nervensystem zielen.

Allerdings wird auch vor scheinbar harmlosen Arzneien gewarnt, die frei erhältlich sind und in Eigenmedikation angewendet werden. Erkältungs- und Grippemittel können durch ihre Wirkstoffe erheblichen Einfluss auf die Fahrtauglichkeit des Erkrankten haben. Die DVW rät daher: Steigen Sie nur ins Auto, wenn Sie sich fit und gesund fühlen. Können Sie sich nicht zuhause auskurieren, sollten Sie Maßnahmen ergreifen, um die Beschwerden zu lindern. Seien Sie aber vorsichtig mit selbst verordneten Erkältungsmitteln und Grippe-Medikamenten. Manche bekämpfen nur die Symptome und vermitteln dadurch eine trügerische Vitalität.

Via DVW

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