Arbeitsschutz: BG BAU startet Präventionsprogramm

Die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) hat ein neues Präventionsprogramm gestartet, das den Arbeitsschutz thematisiert. Grund sind die zuletzt geringen Fortschritte bei der Zahl der Arbeitsunfälle.

Die Beteiligten des Präventionsprogramms bei der Auftaktveranstaltung in München am 18. Januar 2017. Foto: Doris Leuschner – BG BAU.

Lange Jahre ging die Zahl der Arbeitsunfälle zurück, doch zuletzt hat sich dieser Trend spürbar verlangsamt. Das nimmt die BG Bau zum Anlass, ein neues Programm zu starten, um das Thema Arbeitsschutz wieder in den Fokus zu rücken. Gefragt seien vor allem die Arbeitnehmer, ihre Verhaltensweisen im Beruf stärker auf das Thema Arbeitsschutz abzustimmen. Der über viele Jahre andauernde Rückgang bei den Arbeitsunfällen ist zu einem großen Teil auf Fortschritte in der Technik und verbesserte Organisation zurückzuführen, weshalb man nun verstärkt auf die Beschäftigten selbst setzt.

Während in früheren Jahren die Zahl der Arbeitsunfälle jeweils um rund 20 Prozent zurückging, lag der Rückgang zuletzt nur noch bei zwölf Prozent. Da alleine eine verbesserte Organisation sowie verbesserte Sicherheitsvorschriften nicht ausreichten, „müssen auch die persönlichen Einstellungen der Berufstätigen und ihr Verhalten zu allen Fragen von Sicherheit und Gesundheit noch stärker in den Blick genommen werden“, so Klaus-Richard Bergmann, Hauptgeschäftsführer der BG BAU.

Fehlverhalten ist Unfallrisiko Nummer eins

Hierzu müssten vor allem unzureichendes Verantwortungsbewusstsein, Bequemlichkeit und sicherheitswidrige Arbeitsgewohnheiten thematisiert werden. Unfallrisiko Nummer eins sei, so der Diplom-Psychologe Dr. E.-Werner Müller, fehlerhaftes Verhalten – bis zu 80 Prozent aller Arbeitsunfälle sind demnach auf verhaltensbedingte Ursachen zurückzuführen.

Das gegen diese Problematik gestartete Präventionsprogramm wendet sich entsprechend direkt an die Arbeitnehmer und soll versuchen, diese für sicherheitsrelevantes Verhalten zu sensibilisieren. Im Mittelpunkt steht dabei die sogenannte „Charta für Sicherheit auf dem Bau“, zu der sich die Sozialpartner der Bauwirtschaft verpflichtet haben. In ihr erklären sich die Unterzeichner dafür verantwortlich, eine entsprechende betriebliche Arbeitskultur zu etablieren. Unter anderem soll damit auch gewährleistet werden, dass Arbeitnehmer das Recht haben, besonders gefährliche Arbeiten abzulehnen, bis eine unzumutbare Gefahrenquelle – zum Beispiel gefährliche Absturzkanten oder unsichere Verkehrswege – beseitigt ist.

Via BG Bau

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