Arbeitsschutz der Zukunft: Experten diskutieren

Über das Thema Arbeitsschutz in der künftigen Entwicklung wurde auf einem Kongress in Hamburg diskutiert. Der vom Arbeitskreis für Arbeitssicherheit veranstaltete Event war hochkarätig besetzt und sprach auch überregional wichtige Themen an.

Das Beispiel der Containerverladung im Hamburger Hafen zeigt den Wandel in der Arbeitswelt in verhältnismäßig kurzer Zeit. Hier muss entsprechend auch das Thema Arbeitsschutz Schritt halten. Foto: Pixabay

Digitalisierung, Flexibilisierung, Automatisierung – diese Schlagworte aus der aktuellen Entwicklung in der Arbeitswelt machen deutlich, dass beim Thema Arbeitsschutz ein grundlegender Wandel bevorsteht. Dies machte auch die inzwischen 30. Vortragsreihe des Arbeitskreises für Arbeitsschutz in Hamburg deutlich, bei dem Fachleute aus Politik Forschung sowie von Genossenschaften und Versicherungen zu Wort kamen.

Selbst traditionelle Branchen wie die Bauwirtschaft stehen wegen der aktuellen technischen Entwicklungen vor dem Umbruch. Prof. Manfred Helmus (Bergische Universität Wuppertal) demonstrierte am Beispiel der Bauwirtschaft, wie sich die Arbeitsabläufe und Perspektiven der Branche im Zuge der Digitalisierung nachhaltig verändern. Er beschrieb, wo und wie sich moderne Techniken, zum Beispiel 3 D-Laserscanning und Drohnen zur Bauwerkserfassung nutzen lassen, um die Produktivität von Unternehmen zu steigern und zugleich Impulse für den Arbeits- und Gesundheitsschutz zu liefern.

Grundlegender Wandel in der Arbeitswelt

Beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales ist man inzwischen beim Thema „Arbeitsschutz 4.0“ angelangt und will so die neuen Herausforderungen im Arbeitsschutz verdeutlichen. So stehe unter anderem im Vordergrund, dass Arbeitszeitpolitik auch in der digitalen Arbeitswelt Schutz vor Entgrenzung und Überforderung bietet, wie Reimund Overhage vom Bundesministerium erklärte.

Anhang von Praxisbeispielen wurde außerdem konkret auf die veränderten Rahmenbedingungen in Sachen Arbeitsschutz hingewiesen. Unter anderem habe sich die Tragfähigkeit der Containerschiffe im Hamburger Hafen binnen 22 Jahren um 330 Prozent vergrößert. Hierzu verdeutlichte Oliver Dux (Hamburger Hafen und Logistik AG) den Wandel von manuellen zu automatisierten Arbeitsabläufen und die daraus folgenden Konsequenzen für die Arbeitsplätze und die Arbeitssicherheit. So seien früher Mitarbeiter mit Fahrzeugen auf dem Gelände unterwegs gewesen, um manuell mit Handterminals einzelne Container zu erfassen und zu kontrollieren. Heute wird diese Funktion von automatischen Kameras erfüllt, die bearbeitenden Mitarbeiter sitzen inzwischen am Bildschirm und ergänzen lediglich noch die entsprechenden Daten.

Via Arbeitskreis für Arbeitssicherheit Hamburg

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