Bisphenol-Ersatz: Ebenfalls gefährlich?

Die Chemikalie Bisphenol A steht im Verdacht, den Hormonhaushalt des Menschen zu beeinträchtigen. In Babyflaschen ist Bisphenol A inzwischen verboten. Doch nun gerät auch der Ersatzstoff in Verdacht.

In Babyflaschen ist der Weichmacher Bisphenol A seit 2011 in der Europäischen Union verboten. Doch nun gerät auch der Ersatzstoff in Verdacht, gesundheitsschädlich zu sein. Foto: Pixabay

Das als Weichmacher in Kunststoffen eingesetzte Bisphenol A wurde ursprünglich für die Hormontherapie entwickelt, um Östrogen aus natürlicher Gewinnung zu ersetzen. Heute gilt es in der Kunststoffverarbeitung als wichtige Chemikalie, die in zahlreichen Kunststoffen enthalten ist, welche im Lebensmittelbereich verwendet werden. Es ist in Epoxidharz enthalten, das für die Beschichtung von Metallbehältern wie Konservendosen eingesetzt wird. Auch in Getränkeflaschen oder Verpackungsfolien von Lebensmitteln wird die Chemikalie eingesetzt.

Bisphenol A, das auch in weiteren alltäglichen Maertialien wie dem Thermopapier von Kassenbons enthalten ist, steht unter anderem im Verdacht, die Fruchtbarkeit sowohl bei Frauen als auch bei Männern herabzusetzen. So stellte eine Studie der University of Michigan fest, dass bei mit der Chemikalie belasteten Männern unter anderem 10 Prozent höhere DNA-Schäden in den Spermien vorlagen.

Ersatzstoff gerät in Verdacht

In der Europäischen Union sind seit 2011 Babyflaschen aus Polycarbonat, die Bisphenol A enthalten, verboten. Experten weisen darauf hin, dass sich die Chemikalie speziell beim Erhitzen sehr viel stärker aus dem Trägerstoff herauslöst und in das Lebensmittel übergeht, weshalb besonders Heißgetränke aus Plastikflaschen in diesem Hinblick problematisch seien.

Doch das als Ersatzstoff eingesetzte Fluoren-9-Bisphenol (BHPF) gerät nun ebenfalls in die Diskussion. Denn eine aktuelle Studie von chinesischen und japanischen Wissenschaftlern kommt zu dem Schluss, dass auch BHPF einen Einfluss auf den Hormonhaushalt habe und die Fertilität beeinträchtigt. Und auch in diesem Fall wiesen die Wissenschaftler nach, dass sich der Ersatzstoff vor allem beim erhitzen, in diesem Fall mit 60 Grad heißem Wasser, aus dem Trägermaterial herauslösen lässt.

Verunsicherte Verbraucher können dabei einige Ratschläge befolgen. Bei Baby-Trinkflaschen sollte auf das normalerweise weichmacherfreie Polypropylen als Material gesetzt werden und keine säurehaltigen Getränke eingefüllt werden. Neue Flaschen sollten mehrmals mit heißem Wasser ausgespült werden.

Via welt.de

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