Brennstoffzelle: Toyota liefert ersten Stadtbus aus

Der Antrieb per Brennstoffzelle ist eine Möglichkeit für die Mobilität von morgen. Toyota hat nun in Tokio einen ersten Stadtbus mit dieser Technik übergeben.

 

Der sogenannte Toyota FC Bus, der jetzt an die Verkehrsbehörde der Metropolregierung Tokios überreicht wurde, stößt während der Fahrt weder CO2 noch andere Schadstoffe aus. Foto: Toyota

Die aktuelle Diskussion über Fahrverbote für Dieselfahrzeuge in Innenstädten klammert das Thema Personennahverkehr aus. Doch für die Gesundheit der Bewohner speziell großer Städte sind die Abgase der Linienbusse keine geringe Belastung. Dies ist einer der Aspekte, warum Hersteller und Forschung die Entwicklung der Brennstoffzellentechnik vorantreiben, um diese nicht nur in Pkw, sondern auch bei Kommunen zum Einsatz zu bringen.

Während in Deutschland bereits seit längerem Pilotprojekte liefen und laufen, zum Beispiel mit Beteiligung von Mercedes und MAN, hat Toyota nun in der japanischen Hauptstadt Tokio den ersten eigenen Brennstoffzellenbus übergeben. Die ist jedoch nur der Anfang der Serienfertigung. Bis zum Jahr 2020, in dem die Olympischen Spiele in Tokio stattfinden, sollen 100 Toyota-Busse mit Brennstoffzelle durch die japanische Hauptstadt rollen.

Technik aus dem Toyota Mirai

Die Technik der Busse setzt auf zwei Antriebseinheiten des Toyota Mirai, dem ersten in Serie gefertigten Brennstoffzellen-Pkw, der auch in Deutschland angeboten wird. Dabei ersetzt die Brennstoffzelle einen konventionellen Benzin oder Dieselmotor, indem sie elektrische Energie erzeugt, mit der Elektromotoren angetrieben werden. Dabei „brennt“ es nicht in der Brennstoffzelle, stattdessen wird Wasserstoffgas mit Sauerstoff aus der Umgebungsluft zu Wasser und elektrischer Energie umgewandelt. Mit dem entstehenden Strom werden Speicherbatterien geladen und die Elektromotoren zum Vortrieb gespeist. Das größte Problem, die Speicherung des unter extrem hohem Druck stehenden Wasserstoff in einem speziellen Tanksystem, hat Toyota mit einer eigenen Entwicklung gelöst.

Die Umstellung auf Wasserstoffantriebe hat speziell in Japan noch einen anderen sicherheitstechnischen Aspekt. Dort werden wegen der hohen Erdbebengefahr Hybridfahrzeuge mit ihren Speicherbatterien als Notstrom-Reserve für das öffentliche Netz registriert. Über entsprechende Hausanschlüsse kann auf diese Weise der Betrieb elektrischer Geräte mit der Versorgung durch die Fahrzeugbatterien gesichert werden.

Via Toyota

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