Raser: Mehrheit wünscht härtere Strafen

Das jüngst gefällte Urteil wegen Mordes gegen zwei Berliner Raser bringt das Thema in die öffentliche Diskussion. In einer Zeitungs-Umfrage wünschten sich die Mehrheit der Befragten härtere Urteile.

Immer wieder verursachen Raser bei illegalen Unfällen schwere Unfälle mit oft tödlichem Ausgang. In Berlin wurden nun zwei Unfallfahrer wegen Mordes verurteilt. Foto: Pixabay

Das Problem nimmt offensichtlich zu. Illegale Autorennen, vornehmlich in dicht besiedelten Gegenden, führen immer wieder zu schweren Unfällen, bei denen auch Tote zu beklagen sind. In einem besonders spektakulären Fall wurden jetzt in Berlin zwei Raser wegen Mordes zu langen Haftstrafen verurteilt. Sie hatten bei einem illegalen Autorennen mitten auf dem Berliner Kurfürstendamm einen Unfall verursacht, bei dem ein unbeteiligter Autofahrer getötet wurde. Häufig erfolgen in solchen Fällen jedoch Verurteilungen wegen fahrlässiger Tötung mit erheblich geringerem Strafmaß. So wurden im April vergangenen Jahres zwei Raser, die bei einem Rennen durch Köln eine 19-jährige Studentin tödlich verletzten, zu Sozialstunden und Bewährungsstrafen verurteilt.

Bei den Rasern handelt es sich in aller Regel um sehr junge Fahrer, die in stark motorisierten Fahrzeugen zu spontanen Rennen in Innenstädten starten. Verstärkt wird dies noch durch eine einschlägige Szene, die sich mit Videos und Bildbeiträgen auf entsprechenden Portalen im Internet trifft. Gerade bei den Rasern, die in den Innenstädten gegeneinander antreten, handelt es sich oft nicht um die Eigentümer der Autos, diese werden häufig gemietet oder von Autohändlern ausgeliehen. Dadurch unterscheidet sich diese Klientel von der weitgehend friedlichen Tuning-Szene, die sich meist abseits der Innenstädte in Industriegebieten trifft.

Viele Tote und Schwerverletzte

Wie problematisch diese Entwicklung ist, zeigt der Blick auf die bundesweiten Vorfälle. So hat die Berliner Zeitung alleine im Zeitraum von Frühjahr 2015 bis Sommer 2016 zehn Raser-Unfälle aufgelistet, bei denen sechs Menschen getötet und 17 schwer verletzt wurden. Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung der Versicherer, sieht vor allem psychologische Gründe für die Raserei, bei denen die Täter eher zufällig zu einem Auto greifen, um Unheil anzurichten: „Wäre es nicht der Sportwagen, dann würden sie vielleicht zuschlagen oder irgendwie anders über die Stränge schlagen.“ Wer sich derart über moralische Normen hinwegsetze, sei mit dem Straßenverkehrsrecht nicht zu bändigen, so Brockmann in der Zeitung „Die Welt“.

Die Berliner Zeitung Tagesspiegel hat in einer Umfrage ermittelt, dass 62,2 Prozent der Deutschen härtere Strafen als Mittel gegen illegale Raser befürwortet. Dabei unterscheiden sich die Ansichten jedoch nach dem Alter der Befragten. In der Gruppe der 18-29-jährigen befürworten lediglich 49,5 härtere Strafen, bei den Befragten im Alter von mindestens 65 Jahren waren es hingegen 73,9 Prozent.

Via Tagesspiegel

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