Unfallmeldedienst: eCall als Nachrüstlösung

Mit dem Unfallmeldedienst führen die deutschen Versicherer eine Nachrüstlösung ein, die dem künftigen eCall-System entspricht.

Das eCall-System soll künftig eine schnellstmögliche Alarmierung von Einsatz- und Rettungskräften ermöglichen. Mit dem Unfallmeldedienst besteht diese Möglichkeit auch für ältere Fahrzeuge. Foto: Pixabay

eCall, die Kurzform für „emergency call“ bezeichnet ein System, das ab März 2018 EU-weit in allen neuen Pkw eingebaut sein muss. Bereits jetzt rüsten viele Hersteller ihre Fahrzeuge mit dem System aus, das nach dem Willen der Europäischen Union künftig vor allem die Zahl der Verkehrstoten stark senken soll. Das eCall-System besteht aus verschiedenen Komponenten. Das Navigationssystem des Fahrzeugs liefert Daten zum Standort, Sensoren des Pkw erfassen im Falle eines Unfalls dessen Art und Schwere. Bei entsprechender Überschreitung eines „Schwellwertes“ wird dann über eine Telefon- und Datenverbindung des Autos ein automatischer Notruf abgesetzt und die dazugehörigen Daten an eine Notrufzentrale gesendet. Diese kann über die Freisprechanlage des Autos in den Innenraum „hineinhören“ und so mit dem Fahrer Kontakt aufnehmen oder feststellen, dass er eventuell bewusstlos oder schwer verletzt ist.

Durch diese Maßnahmen soll erreicht werden, dass schnellstmöglich die optimale Kaskade an Rettungsmaßnahmen einsetzt, also im Zweifelsfall sogar sofort ein Rettungshubschrauber angefordert wird, bevor ein Unfallzeuge einen Notruf absetzt. Auch der speziell in Abend- und Nachtstunden sowie in abgelegenen Regionen gefürchtete unentdeckte Unfall, bei dem Unfallopfer teils stundenlang schwerverletzt auf Rettung warten, soll damit der Vergangenheit angehören.

Nachrüstlösung für fast alle Pkw

Um das System auch für Besitzer älterer Pkw verfügbar zu machen, haben die deutschen Versicherer den Unfallmeldedienst entwickelt, der auf dieselben Strategien zur Erkennung und Meldung eines Unfalles setzt. Dabei verwenden die Entwickler eine verhältnismäßig einfache Lösung aus einem sogenannten Unfallmeldestecker und einer App auf dem Smartphone.

Der Unfallmeldestecker wird dabei in eine Bordsteckdose in Fahrernähe (früher auch als „Zigarettenanzünder-Stecker“ bekannt) gesteckt. Über integrierte Sensorik kann er einen Aufprall und dessen Stärke erkennen. Über eine Bluetooth-Datenverbindung wird dann in der App auf dem Smartphone des Fahrers ein Notruf an die Notrufzentrale abgesetzt, der Positionsdaten und letzte Fahrtrichtung enthält. Außerdem kann über die App auch manuell ein Notruf aktiviert werden.

Via unfallmeldedienst.de

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