Alkohol am Arbeitsplatz: Rechte und Pflichten

Das Thema Alkohol am Arbeitsplatz wird meist tabuisiert. Doch Betroffene müssen sich dem Problem stellen.

Rund 1,8 Millionen Deutsche gelten als Alkoholabhängige. Dementsprechend ist dieses Problem auch am Arbeitsplatz präsent und muss von allen Beteiligten thematisiert werden. Foto: Pixabay

Rund 1,8 Millionen Deutsche sind nach aktueller Schätzung Alkoholabhängig. Damit ist unzweifelhaft klar, dass sich dieses Thema auch für Beschäftigte und Arbeitgeber im täglichen Umgang miteinander stellt. Die Alkohol-Sucht ist eine Krankheit, doch gleichzeitig resultieren aus ihr bei alkoholkranken Mitarbeitern Gefahren auch für Dritte, die eine spezielle Reaktion bedingen.

Die Unterscheidung zwischen alkoholkranken und „nur“ alkoholisierten Mitarbeitern ist für Vorgesetzte nicht einfach, jedoch wichtig. Denn erscheint ein Mitarbeiter alkoholisiert am Arbeitsplatz, ohne suchtkrank zu sein, kann das erhebliche Konsequenzen bis hin zur sofortigen Kündigung ohne Abmahnung haben – zum Beispiel in sicherheitsrelevanten Bereichen wie bei Piloten, Rettungsdiensten oder Fahrern von Gefahrguttransportern.

Unterschied zwischen Sucht und Vorsatz

Bei abhängigen Alkoholkranken, die ihren Konsum nicht mehr steuern können, ist hingegen nur eine personenbedingte Kündigung möglich. Auch kann eine Kündigung ausgesprochen werden, wenn nach einer Entwöhnungstherapie und Abstinenzphase ein Rückfall in die Krankheit erfolgt. Ein erkennbar alkoholisierter Mitarbeiter darf nicht mehr beschäftigt werden, wenn auf Grund der Beschäftigung eine Gefahr für diesen oder für andere Mitarbeiter besteht.

Der Arbeitgeber ist dabei berechtigt, eine eventuelle Alkoholisierung auch entsprechend zu prüfen, zum Beispiel mit einer Atemalkoholmessung. Hierzu ist außerdem eine verdachtsfreie Prüfung möglich, wenn gefahrträchtige Arbeiten ausgeführt werden. Das gilt nicht nur für Maschinenbediener, sondern beispielsweise auch für Außendienstmitarbeiter mit Pkw.

Eine alkoholbedingte Arbeitsunfähigkeit entbindet den Arbeitgeber in aller Regel von der Entgeltfortzahlungspflicht, denn übermäßiger Alkoholkonsum vor Arbeitsantritt gilt als vom Arbeitnehmer selbst verschuldet. Allerdings wird ein Arbeitgeber diesen Nachweis kaum führen können. Anders, wenn der Mitarbeiter trotz seines „Zustandes“ zur Arbeit erscheint, aber deshalb wieder nach Hause geschickt wird. In diesem Fall entfällt der Vergütungsanspruch.

Via Personalpraxis24

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