Geisterfahrer: So reagieren Sie richtig

Wenn im Verkehrsfunk vor einem Geisterfahrer gewarnt wird, kann man leicht in Panik geraten. Deshalb ist besonnenes und korrektes Verhalten wichtig.

Rund 2.200 Mal wurde im Jahr 2016 vor Geisterfahrern gewarnt. Bei 60 Unfällen kamen 12 Menschen ums Leben. Das richtige Verhalten in solchen Situationen sollte jederzeit abrufbar sein. Symbolbild: Pixabay

Erst jüngst hat ein Automobilclub die Geisterfahrer-Meldungen des vergangenen Jahres analysiert. Dementsprechend wurde 2016 rund 2.200 Mal vor Falschfahrern gewarnt. Geisterfahrer verursachten 2016 insgesamt 60 Unfälle, bei denen zwölf Menschen ums Leben kamen. Ausgewertet wurden auch die Statistiken zu Ort und Zeit der Falschfahrer-Meldungen.

So besteht das höchste Geisterfahrer-Risiko in der Nacht zwischen 22 und 5 Uhr sowie an Wochenenden: Auf Sonntage entfielen 20, auf Samstage 17 Prozent aller Geisterfahrer-Meldungen.

Die Polizei Hessen gibt auf ihrer Webseite folgende Verhaltenshinweise:

Bei einer Falschfahrer-Warnmeldung gilt für die Verkehrsteilnehmer:

  • äußerst vorsichtig fahren – auf entgegenkommende Fahrzeuge achten
  • Geschwindigkeit drosseln und bremsbereit sein
  • auf der rechten Fahrspur einordnen und
  • nicht überholen
  • ausreichend Abstand zum Vordermann halten, um rechtzeitig reagieren zu können
  • notfalls auf den Seitenstreifen ausweichen
  • Verkehrsfunk hören, um zu wissen, wann die Gefahr wieder vorbei ist

Diese Verhaltenstipps sollten so lange berücksichtigt werden, bis eine Entwarnung gegeben wird. Diese gibt die Polizei dann, wenn keine Gefahr mehr durch Falschfahrer besteht.

Wer trotz aller Beschilderung verkehrt herum auf eine Autobahn oder Schnellstraße auffährt, der wird im Regelfall sehr schnell seinen Fehler bemerken. Ein Verhaltenstipp, der dann ausnahmslos richtig ist, gibt es jedoch nicht.

Wer versehentlich als Falschfahrer unterwegs ist, sollte unbedingt Folgendes tun:

  • Auf keinen Fall sollten Sie auf der Autobahn wenden! Die Gefahr dadurch einen Unfall zu verursachen ist viel zu groß.
  • Stattdessen sollten Sie sofort die Warnblinkanlage und das Abblendlicht einschalten und
  • so schnell wie möglich an die Seite fahren (im besten Fall an den äußersten Rand des Standstreifens, wenn dies gefahrlos möglich ist)
  • und sofort anhalten.
  • Dann sichern Sie den PKW mit einem Warndreieck ab und
  • bringen sich – so weit wie möglich von der Fahrbahn weg – in Sicherheit.
  • Anschließend verständigen Sie über Notruf 110 die Polizei. (Diese wird schnell vor Ort sein und Ihnen aus der misslichen Lage helfen.)

Via Abendzeitung

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