Pflegeberufe: Umgang mit Gewalt und Aggression

Für Beschäftigte im Bereich der Pflegeberufe gehört Gewalterfahrung zum Berufsalltag. Doch viele Mitarbeiter und Führungspersonen sind nach wie vor mangelhaft im Umgang mit solchen Situationen geschult.

Pflegebedürftige Menschen befinden sich oft in psychischen Ausnahmesituationen, die sich auch in Gewalt gegen Pflegemitarbeiter manifestieren kann. Eine BGW-Broschüre erläutert den richtigen Umgang damit. Foto: Pixabay

Ob im Gesundheitsdienst, der Wohlfahrts- oder Altenpflege, die Situation ist oft vergleichbar. Pflegeberufe sind nicht nur emotional und körperlich belastend, auch der Umgang mit Aggressionen und Gewalt ist hier beinahe an der Tagesordnung. Wichtig ist daher ein professioneller Umgang mit der Thematik. Speziell für die Pflegeberufe gibt eine Broschüre Hinweise zu Deeskalationsstrategien, das richtige Vorgehen in Situationen akuter Gefahr und die Nachbetreuung betroffener Mitarbeiter nach übergriffigem Verhalten. Sie wendet sich sowohl an Pflege- als auch an Führungskräfte.

Menschen in häuslicher oder stationärer Betreuung befinden sich oft in Ausnahmesituationen, die sich stark vom Alltag gesunder und/oder junger Mitbürger unterscheiden. Beginnende oder fortgeschrittene Demenz, Medikamenten- und Alkoholmissbrauch, allgemeine Unzufriedenheit mit der Lebenssituation oder ein generell erhöhtes Konfliktpotential der betreuten Personen entladen sich oft an den Betreuern. Nach wie vor ist es – vor allem für Berufsanfänger – schwierig, auf Situationen zu reagieren, wenn die Pflegebedürftigen aggresiv und handgreiflich werden, die Pflegekräfte verbal beleidigen oder sexuell übergriffig werden.

Kostenlose Broschüre zum Download

In der kostenlosen Broschüre „Gewalt und Aggressionen gegen Beschäftigte in Betreuungsberufen“, welche die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege bereitstellt, sind umfangreiche Hilfestellungen dargestellt. Klar gegliedert werden zunächst das Feld der Gewalt- und Übergriffshandlungen analysiert und anschließend die Bereiche Prävention, Gefährdungsbeurteilung und Handeln nach einem Gewaltvorfall dargelegt. Dabei wird auch ausführlich die seelische Perspektive betrachtet, bei der Pflegekräfte sich oft alleine gelassen fühlen.

Dabei beleuchtet die Broschüre viele im Berufsalltag vernachlässigte Punkte. Etwa die Wahl der richtigen Arbeitskleidung, die Infektions-Prävention, aber auch Deeskalationsstrategien und Notfallpläne. Auch die immens wichtige psychologische Betreuung von Pflegekräften wird ausführlich dargelegt. Auch dass ein Übergriff rechtlich als Arbeitsunfall zu werten ist, dürfte vielen Pflegekräften unbekannt sein. Die BGW führt zur Thematik außerdem Beratungen und Coachings an.

Via BGW. Link zum Download: BGW Online

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