Schimmelpilze: Wenn der schwarze Schimmel wieder blüht

Wenn im Frühjahr die Temperaturen steigen, haben Schimmelpilze in Häusern und Wohnungen wieder Hochkonjunktur, warnen die Bausachverständigen von DEKRA. Das wichtigste Gegenmittel gegen die gesundheitsschädlichen Sporen ist richtiges Lüften.

DEKRA Bausachverständige geben Tipps gegen Schimmelalarm. Foto: DEKRA

Das Wichtigste in Kürze:

  • Dem Schimmel im Frühling keine Grundlage bieten
  • Der beste Schutz: Täglich mehrmals Stoßlüften
  • Kellerwohnungen im Hochsommer nicht tagsüber lüften

„Schimmel ist ein ständiger Begleiter des Menschen, selbst in der Wohnung sind wir immer von Schimmelsporen umgeben“, erklärt Andreas Kraus, Bausachverständiger bei DEKRA. „Zum Problem wird Schimmel erst dann, wenn wir ihm die Grundlage bieten, sich auf Bauteilen anzusiedeln und sich übermäßig zu verbreiten.“

Diese Grundlage ist in erster Linie Feuchtigkeit. Wer in Wohnungen dauerhaft eine hohe Luftfeuchtigkeit zulässt, überschreitet an kalten Bauteilen langfristig eine relative Luftfeuchte von 80 Prozent. Die Folge: Es entsteht Tauwasser und damit ein ideales Klima für Schimmelpilze. Ein Übriges tun die gemäßigten Frühlingstemperaturen: „Der Schimmel gedeiht bei plus 20 Grad besser als bei 10 Grad minus“, sagt Andreas Kraus.

Wer sich in der Wohnung vor den gesundheitsschädlichen Sporen schützen will, muss die feuchte Luft deshalb regelmäßig ins Freie abtransportieren, die vor allem beim Duschen, Kochen, Waschen und Wäschetrocknen, aber auch durch zu viele Pflanzen in Räumen entsteht. Der Bauexperte nennt die wichtigsten Regeln:

  • Fenster nicht kippen. Fenster zum Lüften nicht stundenlang kippen! Der Grund: Der Luftaustausch ist gering, das benachbarte Mauerwerk kühlt ab, es kann dort Wasser kondensieren, die Schimmelgefahr steigt.
  • Stoßlüften. Der beste Schutz vor Schimmel heißt Stoßlüften: das heißt, täglich mehrmals für fünf Minuten Fenster oder auch Türen weit öffnen und möglichst für Durchzug sorgen. Vorteil: Die feuchte Luft fließt schnell nach außen ab, die Wände und Bauteile bleiben warm – und trocken.
  • Zugestellte Fensterbänke. Ein typischer Fehler sind zugestellte Fensterbänke im Bad. Als Folge fließt nach dem Duschen die feuchte Luft durch das – wenn überhaupt – gekippte Fenster nicht schnell genug ins Freie, sondern direkt in die Wohnung und kondensiert dort an kalten Bauteilen.
  • Kaltes Schlafzimmer. Oft gelangt die feuchte Luft vom Bad ins daneben liegende, oft ungeheizte Schlafzimmer und schafft an kühlen Wänden ideale Bedingungen für die Ausbreitung der Schimmelpilze.
  • Kochen. Die beim Kochen entstehende Feuchtigkeit per Dunstabzugshaube und Lüften direkt abführen, bevor sie sich in der Wohnung ausbreitet.
  • Kellerwohnungen. Achtung: Kühle Kellerwohnungen bei schwülem, heißem Hochsommerwetter tagsüber nicht lüften. Sonst gelangt warme, hochfeuchte Luft nach innen; am kühlen Mauerwerk schlägt sich Wasser nieder und schafft ein optimales Schimmelklima. In solchen Wohnungen das Lüften auf die frühen Morgen und späten Abendstunden beschränken.

Via DEKRA

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