Verkehrssicherheit: Der Stand der Dinge

Anlässlich der im Herbst endenden Legislaturperiode des Deutschen Bundestags diskutierten Experten aus Politik, Wisschenschaft und Verbänden das Thema Verkehrssicherheit.

DVR-Präsident Dr. Walter Eichendorf, DVW-Präsident Prof. Kurt Bodewig, Minister Tarek Al-Wazir und DVR-Hauptgeschäftsführer Christian Kellner (v.l.n.r.) beim Parlamentarischen Abend in Berlin. Foto: DVR/Jürgen Gebhardt

Anlässlich der im Herbst endenden Legislaturperiode des Deutschen Bundestags diskutierten Experten aus Politik, Wisschenschaft und Verbänden das Thema Verkehrssicherheit.

Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) und die Deutsche Verkehrswacht (DVW) hatten gemeinsam zu einem Parlamentarischen Abend in der Hessischen Landesvertretung in Berlin eingeladen, um über den Stand der Dinge und die Zukunftsaussichten zum Thema Verkehrssicherheit in Deutschland zu diskutieren. Dabei gab es nicht nur Positives zu berichten. So verwies DVR-Präsident Dr. Walter Eichendorf darauf, dass einige vom DVR angeregte Projekte nicht realisiert wurden, darunter sogenannte Alko-Locks, eine Wegfahrsperre für alkoholisierte Autofahrer.

Ein wichtiges Thema der Veranstaltung war das Projekt „Vision Zero“ mit dem langfristigen Ziel, dass im Straßenverkehr keine Menschen mehr getötet werden. Das selbstgesteckte Ziel, in der Dekade 2011 bis 2020 die Zahl der Unfalltoten um 40 Prozent zu reduzieren, sei jedoch nach derzeitigem Stand kaum zu erreichen. Dr. Bernadette Droste, Dienststellenleiterin der Hessischen Landesvertretung, meinte angesichts der Unfallzahlen 2016, die zwar einen Rückgang bei den Getöteten um 7,1 Prozent auf 3.214 aufweisen, dass man den Status quo nicht akzeptieren könne. „Da geht noch was“, sagte sie getreu dem Motto des Abends.

Pedelecs treiben die Unfallzahlen

Thematisiert wurde in diesem Zusammenhang die prinzipiell lobenswerte zunehmende Bedeutung des Fahrradverkehrs in den Städten. In Verbindung mit Pedelecs, die auch älteren Menschen verbesserte Mobilität versprechen, sei hier jedoch auch ein deutlicher Anstieg der Unfallzahlen zu verzeichnen.

Lob und Kritik gab es gleichermaßen bei Maßnahmen zur verbesserten Verkehrssicherheit für junge Autofahrer. So sei das Begleitete Fahren mit 17 und das Alkoholverbot für Fahranfänger ein messbarer Erfolg gewesen. Andererseits sei das inzwischen zum Massenphänomen gewachsene „texten“ in sozialen Netzwerken und Chat-Diensten inzwischen ein massives Problem, dem nicht genug entgegengesteuert werde. Hier wurde ein aktueller Referentenentwurf für einen entsprechenden Paragraphen in der STVO aus dem Bundesverkehrsministerium als Beispiel genannt, der an der Wirklichkeit vorbei gehe. In ihm wird unter anderem die Zeitspanne der Blickführung auf das Smartphone als relevantes Kriterium herangezogen. „Ich hoffe, das wird noch geändert, denn ansonsten kommt auf Polizisten, Anwälte und Richter jede Menge Arbeit zu“, sagte der Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung der Versicherer.

Via DVR

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