Homeoffice: Arbeitgeber bleiben in der Verantwortung

Arbeiten im Homeoffice liegt im Trend. Doch die wenigsten wissen, dass Arbeitgeber auch hier in der Pflicht sind, ausreichende Arbeitssicherheit zu gewährleisten.

Für Bildschirmarbeitsplätze im Homeoffice gekten dieselben Sicherheitsvorschriften wie im Büro. Foto: Pixabay

Ob tageweise oder in Vollzeit, der Schreibtisch zu Hause wird immer beliebter. Schnelle Internetverbindungen und die zunehmende Digitalisierung des Arbeitsalltags machen es möglich, dass Bildschirmarbeitsplätze unabhängig vom eigentlichen Unternehmen eingesetzt werden können. Arbeitnehmer erhalten so mehr Flexibilität und sparen Zeit und Geld durch den weggefallenen Weg zur Arbeit. Unternehmen wiederum können flexibler reagieren und eventuell sogar vorgehaltenen Büroraum zurücknehmen.

Oft wird dabei jedoch vergessen, dass Arbeitnehmer auch im Homeoffice Anspruch auf eine sichere Arbeitsumgebung haben. Geregelt wird dies durch die am 3. Dezember 2016 in Kraft getretene neue Arbeitstättenverordnung, die auch sogenannte Telearbeitsplätze behandelt – der Fachterminus für das heimische Büro. Wichtig ist dabei festzustellen, wann der heimische Schreibtisch tatsächlich ein fester Arbeitsplatz ist, auf den die Arbeitsstättenverordnung zutrifft. Hiervon kann man ausgehen, wenn eine vertraglich festgelegte Zeit im Homeoffice verbracht wird. In diesem Fall ist der Arbeitgeber dafür verantwortlich, dem Mitarbeiter das Arbeitsmaterial zu stellen, wie er es bei einem Büroschreibtisch auch müsste.

Arbeitgeber haben „Besuchsrecht“

Das führt nicht nur dazu, dass der Arbeitgeber den kompletten Arbeitsplatz ausstattet, sondern auch bei der ersten Inbetriebnahme eine Gefährdungsbeurteilung durchführen muss. Entsprechend müssen Arbeitnehmer dem Arbeitgeber oder seinem Beauftragten den Zugang zum Arbeitsraum in der Wohnung ermöglichen. Schließlich muss gemäß Vorschrift geprüft werden, ob beispielsweise eine korrekte Beleuchtung vorhanden und der Raum der Landesbauordnung entspricht. Immerhin: Die ein- wie erstmalige Gefährdungsbeurteilung genügt, sie muss zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr wiederholt werden.

Präventionsexperte Guido Pohlmann von der Unfallkasse Nord erklärt im Arbeitsschutzportal weitere Besonderheiten: „Bildschirm und Tastatur müssen getrennt sein, da dauerhaftes Arbeiten an einer kleinen Laptop- oder Tablet-Tastatur gesundheitsschädlich ist.“

Übrigens darf man Homeoffice-Telearbeitsplätze nicht mit dem mobilen Arbeiten gleichsetzen, bei dem Mitarbeiter zum Beispiel beim Kunden mit einem Firmenlaptop arbeiten. Hier hat die Arbeitsstättenverordnung bezüglich Telearbeitsplätzen keine Gültigkeit.

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