PreCrash-System: Der VW Arteon hat auch hinten Augen

Mit dem neuen PreCrash-System im VW Arteon reagieren die Entwickler auf die Gefahr durch Auffahrunfälle. Droht ein solcher, leitet das Auto Sicherheitsmaßnahmen für seine Insassen ein.

Ein neues Assistenzsystem im VW Arteon soll die Verletzungsgefahr bei Auffahrunfällen verringern.

Ein Pkw-Fahrer kann noch so ausgeruht und konzentriert sein, vor der Unachtsamkeit anderer Fahrzeuglenker ist er nicht geschützt. Eine der häufigsten Unfallarten ist der Auffahrunfall, bei dem ein nachfolgendes Fahrzeug ein stehendes trifft. Das ist nicht nur an roten Ampeln innerorts ein häufiges Szenario, viel schwerer und gefährlicher wird die Situation, wenn der nachfolgende Verkehr auf Autobahnen und Schnellstraßen zu spät auf ein Stauende reagiert. Die Unfallfolgen für die betroffenen Insassen können erheblich sein. VW setzt im neuen Modell Arteon ein PreCrash-System ein, das mit solchen Situationen zurecht kommen soll.

Der auf den Namen „Proaktives Insassenschutzsystem“ getaufte Sicherheitsassistent bedient sich der bereits vorhandenen Sensortechnik im Fahrzeug, darunter des „Side Assist“ (warnt beim Überholen vor Fahrzeugen im „toten Winkel“). Über Radarsensoren kann „Side Assist“ die Position und Geschwindigkeit der Autos hinter dem Fahrzeug erfassen. Diese Daten wertet das „Proaktive Insassenschutzsystem“ aus. Und zwar nicht nur während der Fahrt, sondern auch im Stand bei laufendem Motor oder im Start-Stopp-Modus; etwa an einer roten Ampel. Bewegt sich ein erkanntes Fahrzeug auf das Fahrzeug zu, ermittelt das System anhand der Positionen und Geschwindigkeiten beider Autos die Wahrscheinlichkeit einer möglichen Kollision. Erkennt das System ein unmittelbares Risiko, reagiert das neue PreCrash-Assistenzsystem.

Die Warnblinkanlage wird mit schneller Warnblinkfrequenz aktiviert; gleichzeitig werden bis auf einen schmalen Spalt sämtliche Fenster  und das Schiebedach geschlossen. Hieraus resultiert eine bessere Schutzwirkung der vorderen Kopf-Airbags. Parallel spannen die Gurtstraffer die vorderen Sicherheitsgurte. Die Passagiere werden dadurch an die Sitzlehne gezogen, was durch die Abstützung einen verbesserten Schutz gewährleistet.

Das Proaktive Insassenschutzsystem kostet im mindestens 43.325 Euro teuren Arteon 155 Euro Aufpreis und ist nur in Verbindung mit dem Spurwechselassistent (580 Euro) erhältlich.

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