Wohnmobil: Immer aufs Gewicht achten

Wer mit dem Wohnmobil unterwegs ist, neigt oft dazu, besonders viel Gepäck mitzunehmen. Ein großer Teil der Fahrzeuge ist auf Urlaubsfahrt überladen.

Bei der Fahrt in den Urlaub sollte unbedingt die maximale Zuladung des Wohnmobils beachtet werden. Sonst kann es nicht nur gefährlich, sondern auch teuer werden. Foto: Hymer.

Urlaub mit dem Wohnmobil liegt im Trend, die Branche feiert Verkaufsrekorde. Doch die Verkehrssicherheit leidet darunter, dass viele Benutzer ihr Wohnmobil zum Teil massiv überladen. Wer eine solche Ferienwohnung auf Rädern besitzt, lädt gerne und viel ein, wenn es auf Reisen geht. Kleidung, Essensvorräte für mehrere Tage, Fahrräder oder sogar Motorroller, Unterhaltungselektronik. Und nicht selten wird auch der Vorratstank für das Trinkwasser an Bord vor der heimischen Haustür aufgefüllt. Alleine dadurch gehen je nach Modell schon einmal 200 Kilo extra mit auf die Reise.

Moderne Wohnmobile mit ihren durchzugsstarken Motoren scheinen das Mehrgewicht klaglos zu verkraften, der Eindruck von der Fahrzeugbeschleunigung vermittelt, dass es noch genügend Reserven gibt. Doch die Physik gewinnt in der Kurve und beim Bremsen, wenn das überzählige Fahrzeuggewicht zum Teil dramatische Folgen haben kann. Der Bremsweg verlängert sich, die Fahrzeugneigung nimmt zu, bei einem Ausweichmanöver kann das Wohnmobil gefährlich aufschaukeln. Gerade Neulinge, die zum ersten Mal mit dem eigenen oder einem gemieteten Wohnmobil unterwegs sind, können mit einer solchen Situation überfordert sein.

Teils sehr geringe Zuladung

Hinzu kommt die rechtliche Situation: Viele moderne Wohnmobile sind aus höheren Gewichtsklassen „abgelastet“, um auch Inhabern eines neueren Pkw-Führerscheins mit einer Beschränkung auf Fahrzeuge bis zu 3,5 Tonnen Gesamtgewicht die Fahrt zu ermöglichen. Da die Basisfahrzeuge jedoch schon leer recht gewichtig sind, beschränkt sich die erlaubte Zuladung zum Teil auf weniger als 300 Kilo. Besetzt mit einer vierköpfigen Familie bleibt da nur noch wenig Spielraum, um Gepäck und Proviant mitzunehmen.

Wichtig ist es daher, das genaue Gewicht seines Fahrzeugs zu kennen. Öffentlich zugängliche Fahrzeugwaagen finden sich zum Beispiel bei landwirtschaftlichen Betrieben oder Kieswerken, hier kann man gegen ein kleines Trinkgeld das tatsächliche Leergewicht überprüfen und die Urlaubs-Beladung hieran anpassen. Denn die Daten aus dem Fahrzeugschein sind nicht selten zu gering angegeben, wenn beispielsweise eine zusätzliche Markise oder eine schwere Zusatzbatterie installiert wurden. Im Handel gibt es auch Radlastwaagen, mit denen man das Gewicht des Wohnmobils vor der Abreise prüfen kann.

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