Neue Seidenstraße: Volvo schickt Autozüge aus China nach Europa

Die sogenannte neue Seidenstraße ist ein internationales Verkehrsprojekt, das China über den Landweg mit Europa verbindet. Volvo nutzt das jetzt zum Auto-Import.

Auf der neuen Seidenstraße, einer Schienenverbindung zwischen China und Europa, importiert Volvo als erster Hersteller Autos aus China. Foto: Volvo

„One Belt, One Road“ heißt die von China vorangetriebene Handelsinitiative zwischen Asien und Europa. Umgangssprachlich hat das Projekt den Namen „Neue Seidenstraße“ erhalten, in Anspielung auf die historischen Handelsrouten zwischen den Kontinenten. Mit dem regelmäßigen Schienenverkehr auf der mehr als 10.000 Kilometer langen Strecke vom Volvo-Werk in Daquing ins belgische Zeebrugge will Volvo als erster Autohersteller einen Import von Fahrzeugen aus chinesischer Fertigung nach Europa per Güterzug ermöglichen. Im November vergangenen Jahres hat Volvo in Daqing damit begonnen, die Top-Versionen der Limousine Volvo S90 für den Export zu fertigen; künftig wird Volvo an diesem Standort alle Varianten des Volvo S90 für den globalen Export herstellen.

Auf diese Weise sollen die Transporte der Fahrzeuge mit großen Frachtschiffen vermieden werden. Neben den kürzeren Lieferzeiten bietet der Transport mit dem Zug auch ökologische Vorteile. Bei gleicher Entfernung sinken laut Volvo die CO2-Emissionen pro Tonnenkilometer im Vergleich zum Schiffstransport um ein Drittel; in diesem Fall liegen die Einsparungen aufgrund der kürzeren Eisenbahnstrecke gegenüber dem Seeweg sogar noch höher.

Die von Volvo genutzten Züge, die zwischen Daqing und Zeebrugge verkehren, transportieren jeweils rund 120 Fahrzeuge in speziellen Containern. In jedem Container sind drei Fahrzeuge für eine optimale Raumausnutzung verstaut. Zunächst startet in Daqing ein Zug pro Woche in Richtung Europa. Mit wachsendem Exportvolumen ist auch eine Erhöhung der Transportfrequenz geplant.

Das Gesamtprojekt der Neuen Seidenstraße, die China mit Investitionen in dreistelliger Milliardenhöhe vorantreiben will, ist nicht unumstritten. Neben de Bahnverbindung sind auch neue Schifffahrtswege, Häfen und Straßenverbindungen geplant. Speziell aus den Anrainerstaaten der geplanten neuen Verbindungen gibt es Kritik an dem Vorhaben.

Via Eurotransport

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