Dashcams: Pro und Contra

Dashcams sollen eine verlässliche Hilfe bei Unfällen im Straßenverkehr sein. Allerdings gibt es auch Kritikpunkte und Probleme mit der Rechtslage.

141007-dashcam-jsw-806a_88701299953abaf6c0e322bf28854991.nbcnews-ux-2880-1000

Gibt es solche Dashcams bald in vielen Autos in Deutschland? Die Experten sind geteilter Meinung. (Bild: NBC News)

Von der Nutzung der Dashcams erhoffen sich manche Versicherer eine schnellere und einfachere Klärung von Schuldfragen bei Verkehrsunfällen. Die Dashcam, eine kleine Kamera, wird ähnlich wie ein Navigationsgerät an der Windschutzscheibe oder dem Armaturenbrett befestigt. Während der Fahrt zeichnet sie das gesamte Geschehen auf.

Allerdings ist die Rechtslage bei der Nutzung der Dashcams nicht klar geregelt. Prinzipiell sind die Kameras erlaubt – das flächendeckende Filmen der anderen Verkehrsteilnehmer aus Datenschutzgründen jedoch nicht.

Hilfreich sind die Cams nach Ansicht von Experten bei der Rekonstruktion von Unfällen, bei denen Autos und Nicht-Autofahrer verwickelt sind. Zudem würden sie deutlichere Ergebnisse als eine Spurenanalyse oder Zeugenaussage bringen.

Andere Versicherer sprechen sich gegen die Nutzung der Dashcams aus. Laut einem Bericht des WDR sehen sie keinen Mehrwert, da die Kamera nur einen Ausschnitt des Verkehrsgeschehens filmt. Und auch ohne den Einsatz der Cams würden 90 Prozent der Unfälle ohne Haftungsdiskussion abgewickelt.

Noch deutlichere Kritik kommt von Helga Block, der Landesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit in Nordrhein-Westfalen: „Jeder Mensch hat grundsätzlich das Recht, sich in der Öffentlichkeit frei zu bewegen, ohne befürchten zu müssen, ungewollt und anlasslos per Dashcam überwacht zu werden.“ Das Risiko eines Verkehrsunfalls sei zu gering um die permanente Überwachung zu rechtfertigen.

Einig sind sich die Versicherer aber darin, dass bald eine klare Rechtssicherheit hergestellt werden sollte.

Mehr dazu: Sind Unfälle am Stauende bald Vergangenheit?