Mit ungewöhnlichen Ideen zu mehr Nachhaltigkeit

Weltweit agierende Konzerne denken gerne groß – bei Unternehmensstrategien, Produktkampagnen und der Außendarstellung. Was nur wenige wissen: Großkonzerne unterstützen auch viele Umweltschutzprojekte wie die Aufforstung eines Waldes. Hier ein Überblick.

In China können User der Mobile Payment-App von Alibaba in Echtzeit zuschauen, wie Bäume gepflanzt werden. Foto: DEKRA

Nachhaltigkeit: China forstet im Nordwesten den Wald auf. User einer Mobile Payment-App von Alibaba können per Punktesammelsystem das Programm unterstützen. Foto: Billy Huynh

Datenströme für Belugawale

Nachhaltigkeit und Technologie passen auf den ersten Blick nicht so recht zusammen. Bei Microsoft schon. Mit der Initiative „AI for Earth“ setzt sich seit 2014 der IT-Riese dafür ein, mit Hilfe von künstlicher Intelligenz (KI, engl. AI) gefährdete Arten zu erhalten. Microsoft hilft Forschern wie Manuel Castellote, Wissenschaftler am Joint Institute for the Study of the Atmosphere and Ocean (JISAO) in Seattle. Dank KI beschleunigt sich die Auswertung immenser Datenmengen um ein Vielfaches. Castellote analysiert mit akustischen Methoden die Bewegungsmuster von gefährdeten Belugawalen in Alaska. Dadurch gewinnt er Erkenntnisse, wie diese Tierart geschützt werden kann.

Kamelmilch als kostbares Gut

Der dänische Biotechnologie-Konzern Chr. Hansen engagiert sich bereits seit 2012 in Kenia und Äthiopien, um den Lebensstandard von Kamelhaltern zu verbessern und die Verschwendung von Kamelmilch zu stoppen. Etwa 25 bis 50 Prozent der Milch gehen verloren, da in diesen Ländern Infrastruktur und technische Möglichkeiten fehlen, um die Kamelmilch zu konservieren. Dank geringer Fettwerte und hohen Kalzium- und Protein-Anteilen eignet sie sich für die Herstellung haltbarer Käsesorten. Zusammen mit dem kenianischen Unternehmen Oleleshwa Enterprise unterstützt der Konzern lokale Kamelbesitzer dabei, den Tierbestand zu erhalten und die Milch besser zu verwerten.

Punkte für Bäume

Der chinesische Konzern Alibaba verwendet seit 2016 in seiner Mobile Payment-App ein Punktesammelsystem. An sich kein Novum. Der Clou ist aber ein System, das nachhaltiges Verhalten belohnt. Wenn Käufer etwa elektronisch bezahlen anstatt per Papierrechnung oder das Auto stehen lassen und nachhaltige Verkehrsmittel benutzen, sammeln sie „Green Power Energy Points“. Diese lassen sich für ein Wiederaufforstungs-Programm im Nordwesten Chinas einlösen. In Echtzeit können die User zuschauen, wie Bäume gepflanzt werden.

Der Forscher Manuel Castellote analysiert mit akustischen Methoden die Bewegungsmuster von gefährdeten Belugawalen in Alaska. Foto: DEKRA Der dänische Biotechnologie-Konzern Chr. Hansen engagiert sich in Kenia und Äthiopien, um den Lebensstandard von Kamelhaltern zu verbessern. Foto: DEKRA 1.215 Nashörner fielen im Jahr 2014 der Wilderei zum Opfer. Foto: DEKRA In der Saison 2020 produzierten die fleißigen Bienen - auf dem DEKRA Gelände angesiedelt - etwa 100 Kilogramm Honig. Foto: DEKRA

Mit IT gegen Wilderei

1.215 Nashörner fielen im Jahr 2014 der Wilderei zum Opfer und wenn dieser Zustand anhalten würde, gäbe es im Jahr 2025 keine Nashörner in Afrika mehr. So lautete die traurige Prognose eines Reports des südafrikanischen Umweltministeriums aus dem Jahr 2015. Im November 2015 etablierte der amerikanische Telekommunikationsbranchen-Riese Cisco Systems das Connected Conservation Programm in einem privaten Reservat in der Nähe des Krüger Nationalparks in Südafrika. Zusammen mit Partnern und gemeinnützigen Organisationen hat Cisco Systems IT-Lösungen umgesetzt, bei denen Personen ab dem Betreten des Reservats bis zum Verlassen überwacht und nachverfolgt werden. Das Ergebnis: Die Zahl der gewilderten Tiere sank im Jahr 2017 auf null. In Zusammenarbeit mit National Geographic UK entstand eine Dokumentation über das Projekt.

Biodiversität fördern

Klein, emsig und direkt vor der eigenen Haustür zu finden und doch so wichtig für die Natur und den Menschen. Die Rede ist von Bienen. Die Expertenorganisation DEKRA hat im Sommer 2020 ein Herzensprojekt auf den Weg gebracht und kooperiert dafür mit einem lokalen Imker. Angesiedelt auf dem Gelände der Hauptverwaltung in Stuttgart, arbeiten fünf Bienenvölker, insgesamt 250.000 Tiere, und erzeugen die goldgelbe Leckerei.

In der Saison 2020 produzierten die fleißigen Bienen etwa 100 Kilogramm Honig. Abgefüllt in Gläsern, können ihn die Mitarbeiter in der Kantine kaufen. So wird das nachhaltige Projekt mit dem passenden Namen „BeeDEKRA“ für alle transparent. Mit dem gesamten Verkaufserlös fördert DEKRA die Biodiversität in der Region und kommt dem Unternehmensziel – Klimaschutz und Ressourcenschonung – wieder einen Schritt näher. Was das konkret bedeutet, hat die Expertenorganisation im Herbst 2020 in ihrem aktuellen Nachhaltigkeitsreport vorgestellt: Bis 2025 will DEKRA unter anderem die komplette Stromversorgung auf erneuerbare Energien umstellen und den CO2-Ausstoß im Vergleich zu 2018 um 50 Prozent senken.

DEKRA Nachhaltigkeitsstrategie 2025

DEKRA Sustainability. Foto: DEKRA

Foto: DEKRA

Eine zentrale Grundlage unseres Unternehmens und unserer Expertendienstleistungen ist der Aspekt der Nachhaltigkeit. Unsere Nachhaltigkeitsstrategie 2025 ist ganzheitlich ausgerichtet und berücksichtigt dabei ökologische, soziale und ökonomische Aspekte. In vier strategischen Bereichen arbeiten wir daran, die negativen Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit zu reduzieren und die positiven Auswirkungen zu verstärken sowie innovative Lösungen für eine in jeder Hinsicht ressourcenschonende und damit nachhaltige Zukunft zu entwickeln.

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