Hiab HiVision: Holzladekran mit digitalem Auge

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Der erste Holzladekran der Welt mit der Virtual-Reality-Steuerung HiVision bietet einiges an digitaler Technik. DEKRA hat ihn bei seiner Erstabnahme begleitet.

Schnittstellen im Wald wurden bislang zumeist mit der Motorsäge geschaffen, nun rückt mit Virtual-Reality der letzte Stand der digitalen Technik in den Forst. HiVision heißt das neueste Steuerungssystem des skandinavischen Herstellers Hiab, der damit seinen Loglift-Forstkranen ein digitales Auge verpasst. Das System basiert auf vier Kameras, die eine 270-Grad-Sicht ermöglichen. Diese Perspektive hat der Kranführer jetzt nicht mehr von einem in luftiger Höhe zu erkletternden Hochsitz am Kran, sondern bequem per Virtual-Reality-Brille im Cockpit seines Lkw.

Patrick Martin ist Kranprüfer bei der DEKRA Niederlassung in Göttingen. Und der 30-jährige Diplom-Ingenieur hat bereits viel Erfahrung mit besonderen Anforderungen seiner Kunden. Als ihn aber der Geschäftsführer der Südharzer Fahrzeugbau GmbH (SFB), Mario Müller, um Unterstützung bat, staunte er nicht schlecht: „Die Abnahme eines Spezial-Lkw für den Holztransport, dessen Kran sich mit Hilfe einer Virtual-Reality-Brille steuern lässt, das war selbst mir neu.“

Hiab HiVision – Holzverladung mit der Virtual Reality Brille from DEKRA on Vimeo.

Zum Abnahmetermin bei der SFB in Berga erschien auch eine finnische Abordnung des Kranherstellers. „Es war ein Termin, von dem viel abhing. Denn die Abnahme für den deutschen Markt ist gleichbedeutend mit der europäischen Zertifizierung des Produktes“, so der Prüfingenieur. Auch die Firma Ungefroren Transporte, Besteller dieses ersten, mit HiVision ausgestatteten Loglift 118 S, fieberte der Premiere entgegen. Das zukunftsorientierte Unternehmen beabsichtigt weitere Hightech-Maschinen dieser Art anzuschaffen.

Perfekte Sicht auf den Arbeitsbereich mit HiVision

Die vier Kameras sind oben auf dem Forstkran aufgebaut. Sie bieten dem Bediener ein realistisches und geradezu sensationelles 270-Grad-Sichtfeld. Sobald der Fahrer seinen Kopf zur Seite dreht, wechselt die VR-Brille passend dazu die Bilder von den nach vorne gerichteten zu den beiden seitlichen Kameras. So kann der Kranführer den Arbeitsbereich perfekt einsehen und den Kran mit Hilfe von Joysticks vom Beifahrerplatz aus steuern. „Eine mehr als faszinierende Technik, die beinahe an ein Computerspiel erinnert. Doch das System kann viel mehr. Es spart einerseits eine Menge Gewicht und erhöht andererseits auch den Komfort und die Arbeitssicherheit der Fahrer“, argumentiert Patrick Martin.

DEKRA, Patrick Martin, DEKRA Prüfsiegel

Abnahmetermin für den HiVision von Hiab bei der SFB in Berga. Foto: Norbert Böwing

Die Technik von HiVision erhöht die Sicherheit 

Eine extra Krankabine ist nicht mehr erforderlich. Das spart bis zu 400 Kilogramm zu Gunsten der Nutzlast. Martin sieht noch weitreichendere Vorteile des neuen Systems: „Das Verladen von Holz ist eine nicht ganz ungefährliche Arbeit, die hiermit sicherer wird.“ Jedes Ein- und Aussteigen am Lkw birgt die Gefahr von Verletzungen des Fußgelenks, weiß die Berufsgenossenschaft, und das reduziert sich deutlich. Ebenso entfällt die Klettertour zur Krankabine. Martin blickt auch auf die mit Nachwuchskräften nicht gerade reich gesegnete Branche: „Derartige Technik steigert natürlich die Attraktivität und so zahlt sich die Innovation womöglich auch aus, wenn es um die Rekrutierung von Fachkräften geht.“

Bei der Abnahme des Systems geht es vor allem um die Montage des Aufbaus auf dem Lkw. Etwa, ob Achslasten eingehalten werden oder ob die Abstützungen ausreichend dimensioniert sind für die möglichen Ausladungen des Krans. Der nagelneue MAN TGS 26.500, ein Dreiachsmotorwagen mit hydraulischem Allradantrieb und Zweiachsanhänger, bringt fertig aufgebaut 17,4 Tonnen auf die Waage und erlaubt damit bei großer Geländegängigkeit eine hohe Zuladung. Die HiVision-Kransteuerung sorgt für ein sattes Plus an Sicherheit und Effizienz. Daher rechnet die Südharzer Fahrzeugbau GmbH damit, dass sich dieses Technik-Paket in der Holzbranche schnell durchsetzen wird. Geschäftsführer Mario Müller: „Da hat die Zukunft angeklopft. Nach der Abnahme durch DEKRA kann das System überall eingesetzt werden. Wir rechnen mit starker Nachfrage.“

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