Sicherheit für die Jüngsten weltweit

Vor allem in Staaten mit niedrigem und mittlerem Einkommensniveau bleibt noch viel zu tun, um die Sicherheit von Kindern im Straßenverkehr zu erhöhen.

2017 kamen bei Verkehrsunfällen weltweit knapp 112.000 Kinder im Alter von unter 15 Jahren ums Leben. Foto: shutterstock - intararit

2017 kamen bei Verkehrsunfällen weltweit knapp 112.000 Kinder im Alter von unter 15 Jahren ums Leben. Foto: shutterstock – intararit

Die Zahlen sind erschreckend: 2017 kamen bei Verkehrsunfällen nach Angaben des Institute for Health Metrics and Evaluation (IHME) der University of Washington weltweit knapp 112.000 Kinder im Alter von unter 15 Jahren ums Leben – davon etwa 49.000 unter fünf Jahren sowie 62.500 zwischen 5 und 14 Jahren. An der Spitze lag 2017 Asien mit knapp 52.000 Getöteten, gefolgt von Afrika mit etwa 47.550 Getöteten, Amerika mit etwa 9.200 Getöteten und Europa mit circa 2.800 Getöteten. Wenn man bedenkt, dass es 1990 in diesen beiden Altersgruppen zusammen insgesamt 223.500 Verkehrstote gab, also mehr als doppelt so viele wie 2017, ist die Entwicklung bis heute durchaus positiv. Dessen ungeachtet kann der Ist-Zustand keineswegs zufriedenstellen.

Es bleibt also noch viel zu tun – und das geschieht in vielen Staaten erfreulicherweise auch. Zahlreiche nationale Initiativen und Verkehrssicherheitsprogramme unterstreichen, dass das Bewusstsein für die Bedeutung der Verkehrssicherheit von Kindern stark zugenommen hat und immer mehr unternommen wird, um zu einer nachhaltigen Optimierung beizutragen. Das gilt insbesondere auch für Staaten mit niedrigem und mittlerem Einkommensniveau. Erst im November 2018 schlossen sich zum Beispiel Verkehrsminister aus ganz Afrika beim 1. African Road Safety Forum in Marrakesch der globalen Botschafterin der Child Health Initiative, Zoleka Mandela, und ihren Partnern an, die unter dem Titel „Un grand pas en avant“ einen neuen Report auflegten.

Zoleka Mandela, Botschafterin der Child Health Initiative beim ersten African Road Safety Forum in Marrakesch, präsentiert den Report „Un grand pas en avant“. Foto: FIA Foundation

Zoleka Mandela, Botschafterin der Child Health Initiative beim ersten African Road Safety Forum in Marrakesch, präsentiert den Report „Un grand pas en avant“. Foto: FIA Foundation

Der gemeinsam von der FIA Foundation sowie den Organisationen Amend und Humanity & Inclusion erstellte Bericht wendet sich insbesondere an französischsprachige Länder in Afrika und fordert dazu auf, durch effiziente Maßnahmen unter anderem in Sachen Infrastruktur und Geschwindigkeitsmanagement dazu beizutragen, die Sicherheit von zu Fuß gehenden Kindern in Staaten wie Burkina Faso, der Demokratischen Republik Kongo und Senegal zu erhöhen. Hintergrund: Kinder werden in Afrika südlich der Sahara bei Verkehrsunfällen doppelt so häufig getötet wie sonst wo auf der Welt. Der Report knüpft an die Veröffentlichung „Step Change“ von 2016 an, in der in Staaten wie Tansania, Sambia und Ghana entwickelte Verkehrssicherheitslösungen aufgezeigt wurden.

Ebenfalls auf dem Forum in Marrakesch vorgestellt wurde das African Road Safety Observatory, das die FIA Foundation zusammen mit der WHO und einem Konsortium bestehend aus der FIA, dem International Transport Forum und der Weltbank entwickelt hat. Eine wichtige beratende Rolle hat dabei auch die International Road Traffic Accident Database (IRTAD) gespielt. Nach deren Vorbild soll das African Road Safety Observatory mithilfe der nationalen Regierungen in Afrika Daten über Verkehrsunfälle und andere Indikatoren sammeln und somit vergleichbar machen.

Eingang der Justin Kabwe Primary School in Lusaka, Sambia: Dank eines von FedEx und der FIA-Stiftung unterstützten Infrastrukturprojekts wurden die einst gefährlichen Zufahrtsstraßen auf ein hohes Sicherheitsniveau gebracht. Foto: Edward Echwalu

Eingang der Justin Kabwe Primary School in Lusaka, Sambia: Dank eines von FedEx und der FIA-Stiftung unterstützten Infrastrukturprojekts wurden die einst gefährlichen Zufahrtsstraßen auf ein hohes Sicherheitsniveau gebracht. Foto: Edward Echwalu

Auch auf den anderen Kontinenten sind in den letzten Jahren viele Initiativen in Gang gesetzt worden. So zum Beispiel das Pilotprojekt „Vision Zero for Youth“ in Mexiko-City. Sie ist damit die erste lateinamerikanische Stadt, die Kinder und Jugendliche in den Mittelpunkt ihres Ziels gestellt hat, die Zahl der Verkehrstoten zu senken. Das von der Agentur für Stadtmanagement ITDP und der Versicherungsgesellschaft AXA unterstützte Pilotprojekt zielt dabei vor allem auf den Schulweg ab. Gemeinsam mit Lehrern und Schülern wurden die gefährlichsten Kreuzungen in der Nähe von Schulen identifiziert und verschiedene Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung in die Wege geleitet – so zum Beispiel breitere Gehwege, kürzere Fußgängerüberwege, Geschwindigkeitsbeschränkungen sowie Poller.

Vietnamesische Regierung verteilt Motorradhelme an Erstklässler

Eine weitere von zahlreichen schönen Erfolgsgeschichten kommt aus Vietnam: Vor dem Hintergrund, dass dort viele Kinder mit dem Motorrad zur Schule gebracht werden, hat die vietnamesische Regierung zum Schuljahresbeginn 2018/2019 im ganzen Land kostenlos Motorradhelme an nahezu 1,8 Millionen Erstklässler verteilt.

Nachzulesen sind die hier genannten sowie viele weitere Fakten zur Sicherheit von Kindern im Straßenverkehr im aktuellen DEKRA Verkehrssicherheitsreport 2019. Er steht unter www.dekra-roadsafety.com in Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch und Portugiesisch zum Download bereit. Dazu kommen weitergehende Inhalte in Form von Videos oder interaktiven Grafiken.

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