Jeder kann mitmachen

Nachhaltigkeit rückt immer stärker in den Fokus. Richtlinien und gesetzliche Vorgaben, aber auch Imagegründe treiben Firmen zum Handeln an. Wie setzen Unternehmen ihre Nachhaltigkeitsstrategien um?

Ein bewussterer Umgang mit Ressourcen ist auch im Büroalltag wichtig. Urheber: Visual Generation - iStock

Ein bewussterer Umgang mit Ressourcen ist auch im Büroalltag wichtig. Urheber: Visual Generation – iStock

Der Druck wächst: Gesetzliche Rahmenbedingungen und die immer lauter werdende Forderung der Gesellschaft nach mehr Nachhaltigkeit zwingen Unternehmen zum Handeln und machen den Aufbau einer unternehmenseigenen Nachhaltigkeitsstrategie unabdingbar. Doch wie reagieren größere Unternehmen darauf und was tun sie konkret? Der Getränkehersteller Coca-Cola gilt beispielsweise laut einer Müllzählung der Bewegung „Break Free From Plastic“ (BFFP) im Jahr 2018 als der weltweit größte Plastikverschmutzer. In 42 Ländern sammelte BFFP insgesamt 187.851 Plastik­stücke ein, von denen 9.216 dem Getränke­hersteller zugeordnet werden konnten. Auf Platz zwei bis vier der Plastikverschmutzer sind PepsiCo (5.750 Stücke),  Nestlé (2.950) und Danone (1.843).

Sogenanntes Meeresplastik kann für die Produktion von lebensmittelechten PET-Flaschen eingesetzt werden. Photo: istock - Narvikk

Sogenanntes Meeresplastik kann für die Produktion von lebensmittelechten PET-Flaschen eingesetzt werden. Photo: istock – Narvikk

Erhebungen wie diese setzen auch einen Großkonzern wie Coca-Cola unter starken Handlungsdruck. Entsprechend heißt es im aktuellen Nachhaltigkeitsbericht, dass das Unternehmen bereits einiges in Bewegung setze. Auf der Nachhaltigkeitsagenda des Getränkeriesen steht neben Wasserverbrauch, Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft sowie Geschlechterdiversität auch die weltweite Kampagne „World Without Waste“. Unter anderem soll bis 2025 das Verpackungsmaterial zu 100 Prozent recycelbar sein. Bis 2030 ist geplant, für die Neuherstellung von Verpackungen mindestens 50 Prozent Recyclingmaterial zu nutzen.

Zwar sind die Unterschiede zwischen den Ländern groß, was die Wiederverwendungsquote der Verpackungen angeht, aber Coca-Cola ist auch hier aktiv. So werden weltweit durchschnittlich 58 Prozent der Dosen und Flaschen wiederbefüllt, eingesammelt oder recycelt. In Indonesien liegt der Anteil bei 8 Prozent, in Australien bei 35 Prozent. Dafür liegt der Anteil in Japan bei 92 Prozent, in Deutschland bei 98 Prozent. Eine weitere Maßnahme ist das „Zero Waste Cities“-Programm. Es soll Thessaloniki zur ersten Zero-Waste-Stadt in Griechenland machen. Innerhalb dieses Programms wurde die Onlineplattform „Print your City“ eröffnet. Dort können die Bewohner nützliche Objekte für die Stadt benennen, die dann aus Plastikmüll per 3-D-Drucker hergestellt werden. „Zero Waste Cities“ soll in weiteren Städten in Europa, dem Mittleren Osten und Nordafrika ausgerollt werden.

Nachhaltigkeit vorleben

Auch die Restaurantkette McDonald’s hat sich Ziele bei der Nachhaltigkeit gesetzt. Unter anderem sollen bis 2025 alle ­Verpackungen aus 100 Prozent recyceltem, nachwachsendem oder zertifiziertem Material bestehen. Zusätzlich will die Fast-Food-Restaurantkette bis 2030 die CO2-Emissionen pro Tonne Produkt in der Lieferkette um 31 Prozent senken. Um die gesetzten Ziele im Unternehmen zu verwirklichen, bringt der Fast-Food-Riese funktionsübergreifende Führungskräfte im ganzen Unternehmen zusammen. Sie sind für die Umsetzung zuständig. Die einzelnen Länder­gesellschaften berichten dabei an das globale Nachhaltigkeitsteam. „Da Nachhaltigkeitsaspekte bei uns in allen Geschäftsprozessen und -entscheidungen inte­griert sind, wird Nachhaltigkeit sozusagen jeden Tag sowohl in der Verwaltung als auch in unseren Restaurants praktisch gelebt. Strategien, die auf die globalen Nachhaltigkeitsziele einzahlen, werden aktiv im Geschäftsbetrieb entwickelt“, heißt es im Nachhaltigkeits­bericht. So sollen die Strategien von Führungskräften vorgelebt und von den Mitarbeitern mitgetragen werden.

7 Tipps für einen nachhaltigen ­Büroalltag

Drucken und Kopieren: Idealerweise vermeiden. Sollte es dennoch nötig sein, können in vielen Fällen mehrere Seiten auf ein Blatt gedruckt werden. Doppelseitiges Drucken spart zusätzliche Seiten. Fehldrucke dienen als Schmierpapier.

Licht: Nur anschalten, wenn es benötigt wird. Bewegungsmelder können dabei helfen, die Beleuchtung energie- und bedarfseffizient zu steuern.

Getränke: Wiederverwertbare Thermo­becher für Heißgetränke sowie Wasserflaschen und -karaffen ersetzen To-go-­Becher und umweltbelastende ­Einwegbehälter.

Essen: Wer sein Mittagessen zur Arbeit mitbringt, tut dies am besten in wiederverwendbaren Behältnissen. Wer auswärts essen geht, sollte die Mitnahme von Essensverpackungen vermeiden.

Recycling: Müll sollte so gut wie möglich getrennt werden. Im Idealfall stehen dafür verschiedene Müllbehälter zur Verfügung.

Energie sparen: Bei Computern die Energie­sparfunktion nutzen, in der Mittagspause den PC in den Ruhemodus setzen und Bildschirme ausschalten, wenn sie zeitweise oder nach Feierabend nicht mehr benutzt werden. Auch in der Küche lässt sich Energie sparen: zum Beispiel Wasserkocher nur so weit befüllen, wie Wasser benötigt wird.

Mitdenken und Mitteilen: Haben Sie eine Idee, wie am Arbeitsplatz Abläufe nachhaltiger gestaltet werden können, sprechen Sie mit Kollegen und Vorgesetzten darüber.

Grafiken: www.flaticon.com

Vielfältige Ansätze

In der Umsetzung bedeutet das, dass schon die Schaffung nachhaltiger Rahmenbedingungen durch den Arbeitgeber sich auch auf den Arbeitsalltag der Arbeitnehmer auswirkt. Dazu gehören beispielsweise eine energieeffiziente Bauweise, die Nutzung von Ökostrom oder die Befestigung von Fotovoltaikanlagen. Zusätzlich helfen Bewegungsmelder beim Strom­sparen. Umweltschonende Arbeitsgeräte und -materialien setzen auch im Arbeitsalltag wichtige Impulse für mehr Nachhaltigkeit. Im Büroalltag kann gerade beim Papier ein großer Unterschied erzielt werden. Laut dem deutschen Umweltbundesamt werden zur Herstellung eines Kilogramms Primär­faserpapier – das entspricht 200 Blatt – rund 50 Liter Wasser und 5 Kilowattstunden Energie verbraucht. Die Produktion der gleichen Menge Recyclingpapier verbraucht rund 50 Prozent weniger Energie und nur 33 Prozent der Wassermenge. Zusätzlich sollten Computer laut Umweltbundesamt möglichst lange genutzt und vor einem Neukauf die Energieeffizienz und der Energieverbrauch geprüft werden. Einen energiesparenden Rechner erkennt man etwa am Umweltzeichen „Blauer Engel“ für Computer oder am EU-Ecolabel. Vermeintliche Kleinigkeiten wie die Mülltrennung helfen ebenfalls dabei, im Büro den Arbeitsalltag nachhaltiger zu gestalten. Unter diesen Rahmenbedingungen fällt es auch den Arbeitnehmern leichter, die Nachhaltigkeitsziele des Unternehmens im Blick zu behalten und mitzutragen.

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