Heimat Megacity – Das Leben in Los Angeles

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Im Großraum LA leben und arbeiten rund 18 Millionen Menschen. Eine von ihnen ist Jill Wiltfong. Für sie ist das Auto – trotz der vielen Staus – „alternativlos“.

Das Thema Verkehr beschäftigt Jill Wiltfong Tag für Tag. Sie ist Senior Vice President Global Marketing bei DEKRA Insight und arbeitet in Los Angeles. Ihr Arbeitsweg führt sie durch Orangenhaine und Erdbeerfelder. Jeden Tag pendelt sie insgesamt mehr als 160 Kilometer: 80 Kilometer in die eine und am Ende ihres Arbeitstages wieder in die andere Richtung.

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„Ich verbringe sehr viel Zeit im Auto“, sagt sie. Zusammen mit ihrem Mann und ihren drei Kindern lebt sie in Valencia, einem Stadtteil von Santa Clarita im Umland der Metropole Los Angeles, der größten Stadt im US-Bundesstaat Kalifornien mit rund 18 Millionen Einwohnern. „Die wenigsten Menschen wohnen direkt in Los Angeles“, erklärt Jill Wiltfong. Zu teuer, zu laut, zu geschäftig. Draußen in Valencia hingegen ist das Leben ruhiger. Fast jedes Haus hat einen Pool, es gibt wenig Verkehr. Der Trubel der Megacity scheint hier ganz weit weg. Doch das hat seinen Preis. Für Jill Wiltfong besteht dieser in zehn Stunden Autofahrt pro Woche. „Das ist schwierig. Und ich wäre oft produktiver, wenn ich nicht so viel fahren müsste. Aber es gibt keine Alternative zum Auto.“ 1,8 Autos kommen in Los Angeles auf jeden Einwohner. Auf dem Interstate Highway 110 kriechen die Fahrzeuge im Schneckentempo „bumper to bumper“, wie die Amerikaner sagen, also Stoßstange an Stoßstange. Nichts scheint dort mehr zu gehen. Die Motoren laufen und produzieren Abgase. Aufgrund des Smogs scheint die Megacity an vielen Tagen von einer trüben Kuppel eingehüllt. Ein großer Teil der CO.-Emissionen stammt von Pkws und Lkws. Und auch, wenn sich die Lage gegenüber der Vergangenheit stark verbessert hat, wie Satellitenbilder der US-Raumfahrtbehörde NASA zeigen, bleibt die Luft besonders in den Städten schlecht. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO atmen 92 Prozent der Menschen weltweit schmutzige Luft. Doch Abgase sind nicht das einzige Problem, das der dichte Straßenverkehr mit sich bringt. Jill Wiltfong spricht auch das Thema Verkehrssicherheit an. „Ständig sehe ich auf dem Weg Unfälle, weil die Menschen während der Fahrt telefonieren oder Nachrichten schreiben. Daran muss sich dringend etwas ändern.“

Sicherheit – ein Aspekt, der auch zukünftig an Bedeutung gewinnen wird. Ein Grund: „Wir planen heute Städte, Gebäude und Infrastrukturen für mehrere Jahrzehnte, können aber noch gar nicht sehen, wie die Entwicklung tatsächlich sein wird“, erklärt Steffen Braun, Institutsdirektor und Leiter des Geschäftsfeldes Mobility & Urban Systems Engineering beim Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO. „Es werden für uns viele neue Themen dazukommen. Mit Blick auf die Megacitys spielen darum auch Smart-City-Technologien und deren Anpassungsfähigkeit eine wichtige Rolle.“

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Jill Wiltfong: „Ich verbringe sehr viel Zeit im Auto. Ich wünsche mir manchmal, ich könnte mich irgendwo hinbeamen“. Foto: Ann Johansson

Smarte Städte durch digitale Technologien

Smart City steht für Entwicklungskonzepte, mit denen die Stadt mithilfe digitaler Technologien ökologischer, effizienter und fortschrittlicher gestaltet werden soll. Und das auf ganz unterschiedlichen Wegen: So steht in der Smart City zum Beispiel die regionale Kreislaufwirtschaft im Fokus. Nicht erneuerbare Ressourcen sollen nur in kleinsten Mengen genutzt werden, Transportwege gilt es zu verringern. Auch der Straßenverkehr soll entlastet werden, etwa durch Apps, die Verkehrsteilnehmern bei Stau andere Routen vorschlagen oder freie Parkplätze ausweisen, um unnötige Fahrten zu vermeiden.

Zudem spielt das Thema Sicherheit eine wichtige Rolle. Ein Beispiel ist die Überwachung des öffentlichen Raums durch Kameras, die das sofortige Eingreifen der Polizei ermöglichen. Neben zahlreichen Vorteilen birgt die clevere Stadt jedoch auch viele Gefahren. „Es sind viele elektronische Geräte im Einsatz, alle sind miteinander und häufig mit dem Internet verbunden“, erklärt Beat Kreuter von DEKRA Certification B. V. „Dabei besteht immer die Gefahr, dass es zu einem Hacker-Angriff kommt.“ Und darum arbeitet die DEKRA Tochter AT4 wireless, die seit April als DEKRA firmiert, daran, diese Geräte sicher zu machen. „Früher bedeutete Sicherheit, dass wir dafür gesorgt haben, dass Maschinen umweltverträglich und für ihre Nutzer sicher sind. Heute möchten wir erreichen, dass Geräte, die eine bestimmte Funktion ausüben, auch dann noch sicher sind, wenn ein Angriff von außen erfolgt. Nur so können auch die Städte sicherer werden. “Effiziente und sichere Verkehrsführung dank smarter Technologie ist ein Szenario, das die Verkehrsprobleme vieler Megacitys lösen könnte.

Megacitys in Zahlen

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