Crashtest: Sicherheit von Elektro-Pkw im Fokus

In Neumünster testen Experten vom DEKRA Crash Test Center, ob ein Elektrofahrzeug die gesetzlichen Anforderungen an die Hochvoltsicherheit erfüllt. Das Video zeigt die enormen Kraft, die beim Crashtest auf ein Fahrzeug wirkt.

In Neumünster haben Experten einen Crashtest mit einem Toyota Prius Hybrid durchgeführt. Foto: DEKRA

In Neumünster haben Experten einen Crashtest mit einem Toyota Prius Hybrid durchgeführt. Foto: DEKRA

Die Sensoren sind aktiviert, die Kameras laufen, der Neuwagen prescht vor – und verwandelt sich wenige Sekunden später mit einem immensen Knall in ein deformiertes Wrack. Wenn es um die technische Sicherheit und die der Insassen geht, kennen die Projektingenieure vom DEKRA Crash Test Center kein Mitleid mit dem glänzenden Blech. Einer der Experten ist David Kreß. Sein Spezialgebiet sind Elektrofahrzeuge. „Im Hinblick auf die Zulassung müssen diese Fahrzeuge beim Insassenschutz die gleichen Standards erfüllen wie Pkw mit Verbrennungsmotoren“, erläutert er. Neben den gesetzlichen Vorgaben, die alle in Europa zugelassenen Autos erfüllen müssen, gilt für Elektrofahrzeuge zusätzlich die Richtlinie UN/ECE-R 100. Sie definiert sicherheitstechnische Anforderungen an den Elektroantrieb von Straßenfahrzeugen, wie zum Beispiel den Mindest-Isolationswiderstand der Hochvoltkomponenten und -leitungen. Da die europäischen Standards hoch sind, werden sie in Ländern wie Brasilien, China, Japan oder Australien übernommen.

Sowohl die Verbraucherschutztests als auch Tests im Auftrag der Fahrzeughersteller und Systemlieferanten beruhen auf einem zugelassenen Batterie- und Hochvoltspeicher und werden nur im Gesamtverbund mit dem Fahrzeug getestet. „Die Fahrzeuge werden entsprechend den Anforderungskriterien der UN/ECE-R 100 präpariert. So dokumentieren wir unter anderem den Abschaltvorgang, um zu sehen, ob die Hochvoltspannung von gut 200 Volt innerhalb von fünf Sekunden unter die gesetzlich festgelegte Grenze von 60 Volt abfällt“, erläutert Kreß. Außerdem müssen beim Crash die Hochvoltkomponenten fix in der Einbaulage bleiben und die Batterie selbst darf nur bis zu einem bestimmten Maß deformiert werden.

DEKRA führt seit etwa zehn Jahren Crashtests mit E-Fahrzeugen durch

Seit etwa zehn Jahren führt DEKRA Crashtests mit Elektrofahrzeugen durch. In dieser Zeit haben sowohl die Entwicklung der Speicher als auch die Fahrzeuggestaltung einen riesigen Sprung gemacht, weiß Kreß. Prinzipiell haben Pkw, die als reine Elektrofahrzeuge konzipiert wurden, den Vorteil des sogenannten Packagings. Mit den neuen Motorenkonzepten müssen die kritischen Bauteile nicht mehr in der Fahrzeugfront verbaut sein, sondern können in den Karosseriebereichen liegen, die beim Crash weniger beaufschlagt und somit sicherer sind. Entsprechend erhöht sich auch die Sicherheit für die Fahrzeuginsassen.

David Kreß, Projektingenieur, DEKRA Crash Test Center

David Kreß, Projektingenieur, DEKRA Crash Test Center

 

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